Weiteres Sinken nicht ausgeschlossen
Euro stabilisiert sich

Der Euro hat sich zum Dollar stabilisiert. Nach den Kursverlusten vom Freitag konnte er das Niveau halten. Beachtung fanden an den Devisenmärkten vor allem die besorgten Äußerungen von EZB-Chef Duisenberg.

HB FRANKFURT/M. Duisenberg hatte sich besorgt gezeigt über einen zu schnellen Kursrückgang des Dollars, was aber die Wechselkurse zunächst nicht beeinflusste. „Wir hoffen und beten, dass die Anpassung, die unvermeidbar ist, langsam und schrittweise vonstatten geht“, sagte Duisenberg nach einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ aus deren spanischem Schwesterblatt „Expansion“. „Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um es langsam und schrittweise geschehen zu lassen.“ Bisher gebe es die Anpassung nur gegenüber dem Euro. Volkswirt Ryan Shea von der Bank One in London sagte dazu: „Es ist wahrscheinlich, dass die EZB nicht interveniert, eher wird sie die Leitzinsen senken. Aber dies ist etwas, dass das Aufwärtspotenzial des Euro begrenzen wird.“

Auch Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) hatte sich besorgt über den Dollar-Verfall geäußert. In einem Zeitungsinterview hatte er gesagt: „Worauf man achten muss, ist, dass sich solche Entwicklungen nicht zu schnell vollziehen.“

In den nächsten Tagen könnte es nach Einschätzung von Analysten erneut abwärts gehen mit der Gemeinschaftswährung. „Die Bewegung vom Freitag war sehr gesund. Viele kurzfristige spekulative Positionen sind jetzt abgebaut“, hieß es in einem Marktkommentar der Analysten der Helaba Trust. „Dennoch könnte die Korrektur noch anhalten“, prognostizierten sie.

Gegen Mittag notierte der Euro mit 1,1575/78 Dollar nach 1,1577 Dollar zu Handelsschluss am Vorabend in New York. Am Freitagnachmittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs noch mit 1,1668 Dollar festgestellt. Danach war die Gemeinschaftswährung allerdings eingebrochen, nachdem das US-Arbeitsministerium in Washington besser als erwartete Daten zur Arbeitsmarktentwicklung veröffentlicht hatte. Analysten sagten, die US-Zahlen hätten das zuletzt zurückgegangene Vertrauen in den Dollar wieder gestärkt.

Das US-Ministerium hatte für September einen Anstieg der Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft um 57.000 ausgewiesen. Analysten hatten dagegen im Mittel mit einem Stellenminus von 30.000 gerechnet.

In der neuen Woche werden weder in den USA noch in der Euro-Zone wichtige Konjunkturdaten erwartet. „Nach den Highlights der letzten Woche kommt in dieser Woche Langeweile im Datenkalender auf“, schrieben die Analysten der Helaba Trust. „Von Dienstag bis Donnerstag werden zunächst ein paar deutsche Daten eintröpfeln.“

Zum japanischen Yen legte der Dollar zu. Er notierte am Montagmittag mit 111,00 Yen nach 110,87 im späten US-Handel am Freitag. Der Markt scheine fest davon auszugehen, dass Japan den Dollar nicht unter 110 Yen fallen lassen und weiter intervenieren wird, sagten Händler. Japan ist bemüht, den Höhenflug des Yen der vergangenen Wochen zu stoppen, da eine starke heimische Währung der japanischen Exportwirtschaft schadet.

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