Weltweiter Verbrauch übersteigt Produktion - Anleger können mit Kaffee-Zertifikaten spekulieren
Preise für Rohkaffee ziehen wieder an

Kaffee ist nicht nur das beliebteste Getränk der Deutschen, sondern auch ein überaus wichtiges Handelsgut. Mehr als 100 Mill. Menschen leben weltweit vom Kaffee-Anbau. Für sie war der Preisverfall der letzten Jahre existenzbedrohend. Doch ein Ende der Krise scheint in Sicht: Die Preise für Rohkaffee erholen sich stetig.

DÜSSELDORF. Langfristig sei von einem deutlich höheren Preisniveau auszugehen, sagen Experten. Der Grund: Die weltweite Nachfrage – insbesondere aus der Wachstumsregion Asien – wird stark zunehmen. Die Preise in den nächsten Wochen und Monaten seien allerdings schwer vorauszusehen.

Aktuell liegt der so genannte Indikatorpreis (ein Mischpreis aus den verschiedenen Kaffeesorten) bei rund 58 US-Cent pro Pfund, wie die Internationale Kaffee-Organisation (ICO) mit Sitz in London meldet. Im Dezember 2003 kostete ein Pfund Rohkaffee mit 52 US-Cent deutlich weniger. Im März war der Preis dann auf 60 US-Cent gestiegen, bevor er den Rückwärtsgang einlegte.

„Insgesamt erleben wir momentan eine leichte Erholung“, sagt Pablo Dubois, Direktor bei der ICO. Mit einer Prognose für die nächsten Monate ist er vorsichtig. „Wir müssen die Ernte in Brasilien abwarten.“ Bisher gehe man davon aus, dass der Ertrag in dem südamerikanischen Land, dem weltweit größten Exporteur, in diesem Erntejahr mit etwa 38 Mill. Säcken (1 Sack = 60 Kilogramm) höher ausfallen wird als in 2003/2004 (28,8 Mill. Säcke). Noch könnte allerdings das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen. „Im Juli oder August kann es zu Frost-Schäden und damit zu Produktionseinbußen kommen. Dann würden die Preise wahrscheinlich deutlich anziehen.“

In der 1963 gegründeten ICO sind mit Ausnahme der USA die 65 wichtigsten Kaffee produzierenden und konsumierenden Länder vertreten, darunter alle EU-Staaten. Nach den letzten Berichten aus den Mitgliedsländern beträgt die Ernte 2003/2004 weltweit rund 101 Mill. Säcke . Im Erntejahr 2002/2003 lag der Ertrag noch bei 119 Mill. Säcken. Damit übersteigt der Kaffeeverbrauch erstmals seit 1997/98 das Ernteaufkommen, teilt die ICO mit. Im Ergebnis dürften damit die weltweiten Kaffee-Vorräte weiter schrumpfen, was einen Preisanstieg begünstigen würde.

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