Wende in der Geldpolitik: Langfristig steigt der Yen

Wende in der Geldpolitik
Langfristig steigt der Yen

Spannender können Währungsmärkte kaum sein. Kein Wunder, dass die Währungsstrategen derzeit aus dem Orakeln nicht mehr herauskommen. Experten erwarten eine Wende in der japanischen Geldpolitik und als Folge eine stärkere Landeswährung.

TOKIO. Spannender können Währungsmärkte kaum sein: Die nahende geldpolitische Kehrtwende in Japan nach einem halben Jahrzehnt des Ausnahmezustands, ein neuer Notenbankpräsident in den USA und ein neuer Regierungschef in Japan ab Herbst. Kein Wunder, dass die Währungsstrategen derzeit aus dem Orakeln nicht mehr herauskommen. Doch heißt das nun die Kehrtwende für den gebeutelten japanischen Yen, der innerhalb der vergangenen zwölf Monate rund 13 Prozent zum US-Dollar verloren hat? Langfristig ja, meinen Währungsexperten. Ob diese Kehrtwende schon 2006 eintritt, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Die Gründe für den schwachen Yen liegen auf der Hand: Die Zinskluft ist mit den steigenden Leitzinsen in den USA und der anhaltenden Quasi-Nullzinspolitik in Japan immer größer geworden. Das lockt Geldflüsse in den Dollar. Beliebt sind auch Yen-Carry Trades: Anleger nehmen das Geld für geringe Zinsen in Japan auf und legen es für höhere Zinsen im Ausland an. Das schwächt den Yen. Hinzu kommt der wachsende Appetit japanischer Fonds und Privatanleger auf ausländische Anlagen.

„Japanische Privatinvestoren werden in Zukunft noch mehr in ausländischen Wertpapieren anlegen“, sagt Währungsstratege Satoru Ogasawara von Credit Suisse First Boston in Tokio. Denn wenn die Preise in Japan mit dem Ende der Deflation wieder anziehen, der Zinssatz für Geldanlagen aber vorläufig niedrig bleibt, wird der Realzins negativ, argumentiert er. Umso attraktiver ist die Anlage im Ausland. Deshalb sieht Ogasawara im laufenden Jahr eine weitere Stärkung des Dollars auf 125 Yen.

Ogasawaras Szenario: Die Zinskluft zwischen Japan und den USA öffnet sich weiter. Der US-Leitzinssatz steigt bis Sommer auf fünf Prozent. Die japanische Notenbank jedoch erhöht die Zinsen erst 2007.

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