Wettstreit um Weltleitwährung
Euro kommt dem Dollar immer näher

Der starke Euro ist auf Aufholjagd und kommt der Welt-Leitwährung Dollar näher. Einige Ökonomen trauen der europäischen Gemeinschaftswährung sogar zu, den Dollar als global wichtigste Währung eines Tages abzulösen. Ob der Euro diese Aufholjagd tatsächlich gewinnen wird, ist aber fraglich.

dpa-afx FRANKFURT. Acht Jahre nach seiner Einführung gewinnt der Euro derzeit weltweit an Gewicht. Mit dem Rekordkurs von 1,42 Dollar empfiehlt sich der Euro als starke und stabile Währung mit einer niedrigen Inflationsrate.

Für Schlagzeilen sorgte jüngst der ehemalige Notenbankpräsident der USA, Alan Greenspan, der als Guru der Finanzmärkte gilt. "Der US- Dollar hat keinen allzugroßen Vorsprung mehr", schreibt Greenspan in seinem neuen Buch. "Es ist durchaus denkbar, dass der Euro den US- Dollar als weltweit wichtigste Reservewährung ablöst." Zahlen des Internationalen Währungsfonds (IWF) belegen die zunehmende Bedeutung: Der Anteil des Dollar an den globalen Währungsreserven sinkt seit Jahren auf heute knapp 65 Prozent. Der Euro hat seit seiner Einführ

Angesichts des anhaltenden Euro-Höhenflugs orientieren sich viele Finanzakteure um. Einige Staaten nehmen bereits Abschied vom Dollar, Kuwait zum Beispiel hat die Kopplung seiner Währung an den Dollar gelöst. Zentralbanken wie Russland und China sind vor einiger Zeit dazu übergegangen, den Wechselkurs ihrer Währungen an Währungskörben zu orientieren, in denen Euro enthalten sind. Dazu müssen sie Euro- Devisenreserven vorhalten. Immer mehr Ölländer wie Kuwait, Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate nehmen heutzutage auch andere Währungen als den "Petrodollar" beim Ölverkauf an.

Weltweit schichten Zentralbanken ihre Devisenreserven eifrig von Dollar in Euro um. Notenbanken halten fremde Währungen, um die eigene Währung zu schützen oder notfalls zu stützen. Damit geben die Zentralbanken dem Euro-Wechselkurs weiter Rückenwind. "Das ist aber kein massenhafter Zukauf", sagt Volkswirt Holger Schmieding von der Bank of America. "Die großen Zentralbanken wie in China wollen keine Euro-Aufwertung und kaufen daher nicht erheblich zu."

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