Wichtige US-Konjunkuturdaten stehen an
Euro legt deutlich zu

Der Kurs des Euro ist am Mittwochworgen über 1,15 Dollar gestiegen. Zum Yen war der Dollar mit 108,70 Yen nahezu unverändert zum New Yorker Vortagesschluss.

HB FRANKFURT. Fundamentale Gründe für den Kursanstieg mochten die meisten Händler aber nicht ausmachen. Einige Analysten verwiesen auf den unerwarteten Anstieg des ZEW-Konjunkturindexes am Vortag, der am Dienstag aber keine messbare Auswirkung auf den Kurs hatte. „Der ZEW war gestern. Heute morgen hat eine große Order in Sydney den Euro in die Höhe getrieben“, erklärte ein Händler einer Frankfurter Großbank den Kursanstieg. Weiterhin werde der Devisenmarkt von amerikanischen Konjunkturdaten getrieben.

„Wir sind ratlos. Charttechnisch hat sich der Euro aus seiner bisherigen Spanne gelöst, aber wohin die Reise geht, weiß man nicht wirklich“, hieß es in Frankfurt weiter. In London erwarten technisch orientierte Analysten einen weiteren Anstieg des Euro auf über 1,16 Dollar. „Im Vorfeld der ab morgen anstehenden wichtigen Wirtschaftsdaten dürfte der heutige Handel technisch geprägt sein“, prognostizierte die Commerzbank denn auch in ihrem Tageskommentar.

Am Donnerstag steht neben dem Wochenbericht vom US-Arbeitsmarkt die Handelsbilanz der USA auf den Terminkalendern. Am Freitag werden dann eine ganze Reihe von Daten erwartet, darunter der für die Entwicklung der Konjunktur besonders wichtige US-Einzelhandelsumsatz für Oktober und das von der Universität Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen für November sowie die Industrieproduktion.

Von den Aussagen von EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing am Vorabend gingen laut Händlern auf die Finanzmärkte keine unmittelbaren Impulse aus. Issing hatte in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur AFX erklärt, die Zuversicht der EZB in eine Erholung der Wirtschaft in der Euro-Zone sei „schrittweise gewachsen“. Die Zinsen seien schon längere Zeit niedrig. „Deshalb gibt es nichts mehr, was die Geldpolitik tun kann“, hatte er hinzu gefügt. Händler sagten, mit den Aussagen Issings seien Zinssenkungen noch unwahrscheinlicher geworden. Allerdings habe man auch nichts anderes erwartet, da eine Zinserhöhung bereits eingepreist sei.

Die Aussagen der Fünf Wirtschaftsweisen zur wirtschaftlichen Entwicklung dürften laut Händlern ebenfalls kaum große Auswirkung auf die Devisenkurse haben. Regierungskreisen zufolge sagt der Sachverständigenrat in seinem neuen Gutachten, das am Vormittag veröffentlicht wird, für 2004 ein deutsches Wachstum von 1,5 Prozent voraus, sofern die geplanten Reformen nicht in Kraft treten, und von 1,7 Prozent, sofern sie umgesetzt werden.

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