Wieder mehr so genannte Carry Trades
Devisenspekulanten setzen wieder auf mehr Risiko

Nach der Erholung an den Aktienbörsen zeigen sich die Anleger auch am Devisenmarkt allmählich wieder risikobereiter. Der Yen, der während der Korrektur an den Märkten in den vergangenen zwei Wochen kräftig zugelegt hatte, fiel am Montag zu Dollar und Euro leicht zurück.

HB FRANKFURT. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete am Nachmittag 154,31 Yen, für den Greenback wurden 117,40 Yen gezahlt. Vor einer Woche hatte ein Dollar noch 115,16 Yen gekostet.

Händler erklärten die Abwertung des Yen im Vergleich zu den zuletzt erreichten Drei-Monats-Hochs mit dem erneuten Anstieg so genannter Carry Trades, also Spekulationsgeschäften zu Lasten von Währungen wie dem Yen oder dem Schweizer Franken aus Ländern mit niedrigen Leitzinsen. „Nachdem das Gröbste überstanden scheint, ist es aus Sicht einiger Investoren nun offenbar an der Zeit, wieder die Zinsdifferenzen zwischen den Währungen in den Blick zu nehmen“, sagte ein Londoner Devisenhändler. Von Differenzen zwischen den Zinsniveaus in verschiedenen Währungsräumen profitieren Anleger, die Geld etwa in Yen aufnehmen und in Hochzinswährungen wie dem Dollar oder dem Euro investieren.

Die Verunsicherung der Anleger nach dem von Asien ausgehenden Kursrutsch an den weltweiten Aktienmärkten hatte in den vergangenen Wochen zu Auflösungen von Carry Trades in großem Stil geführt. In der Folge hatte der Yen zu Dollar und Euro binnen weniger Tage drastisch aufgewertet. Der Euro legte am Montag leicht auf 1,3154 Dollar zu.

Vor dem Wochenende hatten überraschend starke Arbeitsmarktdaten aus den USA eine baldige Zinssenkung in der weltgrößten Volkswirtschaft unwahrscheinlicher erscheinen lassen und den Dollar damit unterstützt. „Jetzt sehen wir eine Gegenreaktion, weil bei genauerer Betrachtung des Arbeitsmarktberichts deutlich geworden ist, dass viel von dem Beschäftigungsaufbau in den USA vom Staat ausging und nicht von der Privatwirtschaft“, sagte Devisenexperte Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Er rechnet für die erste Wochenhälfte nicht mit größeren Ausschlägen am Devisenmarkt. „Nach der Aufregung der letzten zwei Wochen pendelt sich der Markt jetzt wieder ein.“ Erst gegen Ende der Woche, wenn wieder mehr Konjunkturdaten aus den USA auf der Agenda der Investoren stünden, sei mit stärkeren Bewegungen zu rechnen.

„Allerdings bleibt die Nervosität nach dem jüngsten Warnschuss schon hoch, und damit wird auch die Schwankungsanfälligkeit der Märkte nicht abnehmen, aber es sieht so aus, als ob die Korrektur ausläuft.“ Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs für den Euro am Nachmittag auf 1,3156 (Freitag: 1,3152) Dollar fest. Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX legte der Euro zu Wochenbeginn auf 1,3175 (1,3152) Dollar zu.

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