Wirtschaftliche Erholung
Investoren greifen bei europäischen Währungen zu

Anleger glauben an ein erstarken der europäischen Wirtschaft und decken sich mit Euro, Pfund und Franken ein. Analysten gehen davon aus, dass die Geldpolitik der US-Notenbank an Bedeutung verlieren wird.
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Frankfurt/New YorkDas Auseinanderdriften der Konjunkturentwicklung in verschiedenen Volkswirtschaften bestimmt zunehmend die Entwicklung an den Devisenmärkten. Die Tendenz geht einher mit der Erwartung, dass die US-Notenbank Fed ihre lockere Geldpolitik zurückfahren wird. Damit steigt die Volatilität.

Pfund, Euro und Franken sind unter jenen fünf Devisen, die sich in den letzten drei Monaten in einer Gruppe von 16 Währungen weltweit am besten entwickelt haben. Wirtschaftsdaten aus der Eurozone, der Schweiz und aus Großbritannien wiesen die größten positiven Abweichungen gegenüber den Erwartungen auf, zeigt der von Citigroup erstellte sogenannte Economic Surprise Index. Dagegen bildeten die Devisen von Australien und Neuseeland in dieser Auswertung die Schlusslichter, nachdem Daten unter den Erwartungen geblieben waren.

„Grundlegende Faktoren spielen wieder eine Rolle”, schrieb Kiran Kowshik, Devisenstratege bei BNP Paribas in einer Antwort auf Fragen von Bloomberg News am 19. August. „Rückläufige Erwartungen hinsichtlich einer anhaltend lockeren Geldpolitik der US-Notenbank und eine Herabstufung des Wachstums in China - die beiden Triebfedern seit 2009 - lassen zugrundeliegende Fundamentaldaten deutlicher hervortreten”, ergänzte Kowshik.

Während die Fed Vorbereitungen trifft, ihre Anleihekäufe im Umfang von monatlich 85 Milliarden Dollar zu reduzieren, wenden sich Investoren von Devisen ab, deren Volkswirtschaften eine rückläufige Dynamik aufweisen oder Leistungsbilanzdefizite aufweisen. Schwellenländer sehen Abflüsse. Die 20 meist gehandelten Währungen dieser Ländergruppe haben in den vergangenen drei Monaten um fünf Prozent abgewertet. Das ist der größte Verlust auf Quartalssicht seit September 2011, zeigen die von Bloomberg ausgewerteten Daten weiter.

Kommentare zu " Wirtschaftliche Erholung: Investoren greifen bei europäischen Währungen zu"

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  • Ist es nicht möglich, dass den angeblichen höheren Erwartungen in den Euro die Annahme zugrunde liegt, dass sich der Euro demnächst „reformiert“? Durch das Wegfallen schwacher Länder wie z.B. GR würde der verbleibende Währungsunionsteil doch gestärkt…
    Oder höre ich da nur das Gras wachsen…

  • Ich frage mich, wie die Wirtschaft in der EU wachsen soll. Der EURO ist gegen Dollar, Yen und nun auch gegen die Währungen von Schwelenländern überbewertet. Ausserdem agieren die harten Sparmassnahmen in den hochverschuldeten Ländern der EU gegen die innere Nachfrage. Soll diese "WIRTSCHAFTSBELEBUNG" nicht etwa Verschönungspropaganda vor den Wahlen in Deutschland sein? Für die zahlreichen Arbeitslosen ist dies eine zynische Frechheitslüge.

  • Sehr gut zusammengeafasst!

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