WTI auf 16-Monatstief
Rezessionsangst wächst – Ölpreis fällt unter 70 Dollar

Der Einbruch der Ölpreise setzt sich ungebremst fort. Ein Barrel kostet inzwischen weniger als 70 Dollar. Und das Ölkartell Opec steht dem Absturz machtlos gegenüber.

HB DÜSSELDORF. Die Ölpreise haben am Mittwoch ihre Talfahrt vor dem Hintergrund von Rezessionsängsten und einem steigenden Dollar fortgesetzt. Mit 67,50 Dollar kostete ein Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI am Nachmittag zeitweise 6,5 Prozent weniger als am Vorabend und war damit so günstig wie seit Juni 2007 nicht mehr. Der überraschende Anstieg der wöchentlichen Lagerbestände verstärkte den Druck auf den Preis noch, der unter wachsenden Rezessionsängsten leidet. Noch im Juli hatte der WTI-Preis über 147 Dollar je Barrel WTI notiert. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel um Brent 3,51 Dollar auf 66,21 Dollar.

„Die Stimmung am Ölmarkt bleibt extrem schlecht“, schreibt die Commerzbank in einem Kommentar. „Eine deutliche Aufwertung des US-Dollars und Sorgen vor einer weiteren Abschwächung der Nachfrage wiegen derzeit schwerer als die zu erwartende Produktionskürzung durch die Opec.“ Die sich weltweit abschwächende Konjunktur dämpft auch die Nachfrage nach Rohöl. Die Opec hat laut Commerzbank bereits in den vergangenen Wochen das Angebot reduziert, ohne dass die Preise deswegen gestiegen wären.

Mit dem Versuch, auch die Nicht-Mitglieder zu einer Produktionskürzung zu veranlassen, stößt die Opec auf wenig Gegenliebe. Die Uneinigkeit der Produzenten schwäche die Glaubwürdigkeit, wirklich Einfluss auf die Preisentwicklung nehmen zu können, schreibt die Commerzbank. So wollen sich die Nicht-Opec-Staaten Russland und Norwegen nicht an Förderkürzung beteiligen.

Die am Nachmittag zur Veröffentlichung anstehenden US-Lagerbestände könnten den Analysten zufolge für eine weitere Belastung sorgen. Am Markt wird insgesamt ein weiterer Anstieg der Lagerbestände erwartet.

Der Preis für Rohöl der Opec-Staaten ist zuletzt nur leicht gesunken. Ein Barrel aus den Fördergebieten des Kartells habe am Dienstag 64,32 Dollar gekostet, teilte die Organisation in Wien mit. Das waren 31 Cent weniger als am Montag. Die Opec berechnet ihren sogenannten Korbpreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten der Organisation.

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