WTI und Brent
US-Konjunktur drückt auf den Ölpreis

Unter den Unsicherheiten um die US-Konjunktur leidet auch der Ölpreis für die US-Sorte WTI. Der Abstand zum Brent-Öl wird dadurch immer größer.
  • 1

FrankfurtDer Preisabstand zwischen der US-Ölsorte WTI und dem europäischen Brent-Öl hat sich am Montag auf fast 20 Dollar erhöht. Ein Fass Brent wurde zu 118,93 Dollar je Barrel gehandelt und war damit 15 Cent teurer als im späten Vorwochengeschäft. WTI verbilligte sich um 27 Cent auf 99 Dollar.

In den vergangenen Jahren gingen die Preise für WTI und Brent-Öl meist Hand in Hand, doch seit etwa einem halben Jahr prägt sich der Abstand zunehmend aus. Anfang Januar etwa lag der Unterschied bei zehn Dollar, halb so viel wie heute, doch auch dieser Wert war schon außergewöhnlich hoch. Durch vergleichbare Qualität und Schwefelgehalt sind sich die beiden Ölsorten in der Verarbeitung sehr ähnlich. Somit lag auch der Preis in der Vergangenheit immer nah beieinander.

WTI bleibe wegen der Angst vor einer deutlichen US-Konjunkturdelle vergleichsweise günstig, hieß es von Händlern. Durch die schleppende Erholung der Industrie drückt ein Überangebot auf die Preise. In Cushing, einem wichtigen Umschlagplatz für Erdöl im amerikanischen Bundesstaat Oklahoma, sind die Ölreserven derzeit außergewöhnlich hoch. Laut der U.S. Energy Information Administration (EIA) liegen dort zum 3. Juni fast 39 Millionen Barrel in den Lagern.

Nach Umfragen der Agentur Bloomberg hat sich auch die Industrieproduktion in China verlangsamt. Damit ist eine geringere Nachfrage der zwei größten Ölkonsumenten (China und die USA) zu erwarten.

Die von Saudi-Arabien angekündigte Erhöhung der Fördermengen trage zu einer Entlastung bei. Für Brent-Öl werde dagegen wegen der anhaltenden politischen Spannungen im arabischen Raum weiter eine Art „politische Prämie“ gezahlt.

"Die Preise kommen auf den Boden der Realität zurück - die Gewinne nach der OPEC-Sitzung waren nicht von Dauer. Die Nachfrage wird den Druck der hohen Preise spüren. Wir sehen einen Zuwachs beim Öl-Angebot und die Lagervorräte sind hoch", sagte Carsten Fritsch, Analyst bei Commerzbank AG in Frankfurt, der Agentur Bloomberg.

Annika Reinert
Annika Williamson
Handelsblatt / Freie Mitarbeiterin
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " WTI und Brent: US-Konjunktur drückt auf den Ölpreis"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • lächerlich,die Firmen sollten froh sein wenn die Ölpreise fallen.
    Man kann alles begründen wie man will.Der steigende Euro würgt die Exportfähigkeit der firmen ab.aber ein fallender Euro macht sorgen um Griechenland?genauso der Ölpreis.nur lächerlich die Zockermärkte.hoffentlich brechen noch ein paar Banken und Länder zusammen und es findet eine Selbstbereinigung statt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%