WTi unter 100 Dollar
Konjunktursorgen werfen die Ölpreise zurück

Die Ölpreise entfernen sich von ihren Jahreshochs. Befürchtungen, die Katastrophe in Japan werde die Weltwirtschaft belasten, drücken auf die Preise. Zudem entspannt sich die Lage in Arabien etwas.
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FrankfurtDie Ölpreise sind am Montag vor dem Hintergrund der schweren Erdbebenkatastrophe in Japan gefallen.

Experten der Commerzbank erwarten einen vorübergehend deutlich niedrigeren Rohölverbrauch in Japan und kurzfristig weiteren Preisdruck an den Ölmärkten. Im Mittagshandel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 112,68 Dollar und damit 1,17 Dollar weniger als am Freitag. Rohöl der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) verbilligte sich um 1,44 Dollar auf 99,72 Dollar.

Die Ölpreise haben allerdings nach kräftigen Verlusten im frühen Handel etwas angezogen. Zeitweise ist der Preis für Brent-Öl auf ein Tagestief bei 111,16 Dollar gefallen und der Preis für US-Öl auf 98,47 Dollar. Kurzfristig werde die Nachfrage nach Rohöl in Japan sinken, sagte auch Seiji Shiraishi von HSBC Securities in Tokio.

Mittelfristig bis langfristig dürfte dann aber der verstärkte Einsatz von Dieselkraftstoffen zur Stromerzeugung als Ausgleich für die ausgefallenen Atomkraftwerke und der Wiederaufbau der zerstörten Gebiete die Nachfrage nach Rohöl nach Einschätzung von Experten steigen lassen. Außerdem seien die japanischen Raffinerien auf mittlere Sicht wieder einsatzfähig, sagte Andreas Rees von der UniCredit. Schließlich könnte in den kommenden Jahren die Energieerzeugung durch Öl steigen, da möglicherweise anhaltend weniger Atomstrom in Japan produziert wird.

Unterdessen ist auch der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) deutlich gesunken. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Montag kostete ein Barrel (159 Liter) am Freitag im Durchschnitt 109,18 Dollar. Das waren 1,53 Dollar weniger als am Donnerstag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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