Yen erholt sich nach Wahlen
Euro gibt Gewinne wieder ab

Der Euro hat am Montag seine am Freitag errungenen Kursgewinne zum Teil wieder abgegeben. Der Yen erholte sich dagegen im Tagesverlauf wieder von seinen Abgaben im asiatischen Handel und stieg zum Euro zeitweise sogar auf den höchsten Stand seit zehn Monaten.

HB FRANKFURT. Die Währung hatte - ebenso wie der japanische Aktienmarkt - nach dem Verlust der absoluten Mehrheit der Liberaldemokratischen Partei (LDP) des japanischen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi bei den Parlamentswahlen am Wochenende unter Druck gestanden.

„Koizumi ist geradezu gezwungen, die Strukturreformen anzugehen, die er versprochen hat. Das sollte auf mittlere Sicht als positiv für den Yen gesehen werden“, sagte Kamal Sharma, Devisenstratege bei Dresdner Kleinwort Wasserstein. Der Dollar kostete zum Yen gegen Mittag 108,77 Yen, nachdem er sich zuvor der Marke von 110 Yen zeitweise wieder genähert hatte.

Am Freitag hatte der Euro zunächst mit Kursverlusten auf die überraschend deutlich verbesserten US-Arbeitsmarktdaten reagiert, war dann aber gestützt von Dollar-Verkäufen infolge von Gewinnmitnahmen deutlich gestiegen. Der Euro kostete am Montag 1,1472 Dollar nach einem Schlusskurs am Freitag in New York bei 1,1520/26 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) ermittelte den Referenzkurs mit 1,1483 (Freitag 1,1424) Dollar. Das Referenzkursverfahren der Banken ergab einen Kurs von 1,1477 (1,1429) Dollar.

Änderung der japanischen Devisenpolitik?

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Die zeitweisen Verluste des Yen nach den Wahlen begründeten Marktteilnehmer vor allem mit dem Abgabedruck auf den japanischen Aktienmarkt. „Die Auswirkungen des Ergebnisses der japanischen Wahlen sehen sehr begrenzt aus“, sagte Mitul Kotecha, Devisenstratege bei Credit Agricole Indosuez. „Im derzeitigen Umfeld bleibt Japan für Geldanlagen attraktiv.“

Der japanische Vize-Finanzminister Zembei Mizoguchi wollte sich am Montag nicht zu Spekulationen äußern, wonach es nach der Wahl am Sonntag zu einer Änderung bei der Devisenpolitik der Regierung kommen könnte. In der Vergangenheit hatte Japan auf den Devisenmärkten immer wieder interveniert, um den Aufwärtstrend des Yen zu bremsen. Ein starker Yen macht die Exporte japanischer Firmen teurer und erschwert so deren Absatz.

Im dritten Quartal haben die Deviseninterventionen Japans ein Rekordniveau von 7,5512 Billionen Yen (rund 79,6 Milliarden Euro) erreicht. Nach dem am Montag vom Finanzministerium vorgelegten Zahlen griff Japan zwischen dem 3. Juli und dem 30. September an 21 Geschäftstagen in den Devisenhandel ein.

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