Yen und Anleihen steigen
Investoren lösen Carry Trades auf

Die Unsicherheit über die Entwicklung am US-Hypothekenmarkt hat auch am Mittwoch den Anlegern die Lust auf riskante Anlageformen verdorben. „Das Thema US-Hypotheken ist wieder da. In einer solchen Atmosphäre sinkt der Appetit auf Risiko“, erklärte ein Händler. Immer mehr Investoren lösten deshalb ihre Carry Trades auf.

HB FRANKFURT. Bei Carry Trades verschulden sich Anleger in niedrig verzinsten Währungen wie dem Yen, um die Gelder in attraktiveren Währungen wie dem Dollar oder Euro anzulegen. Zudem schichteten sie Gelder in die als sicherer geltenden Anleihemärkte um. Der für die europäischen Rentenmärkte richtungweisende Bund-Future stieg um 44 Ticks auf 111,03 Punkte. Der Yen profitierte von der Auflösung der Carry Trades und zog auf breiter Front an, so dass der Dollar auf 122,60 von 123,20 Yen am Vorabend und der Euro auf 164,32 von 165,76 Yen rutschten. Schon am Dienstag hatten Finanzpolitiker in Asien vor einseitigen Wetten auf die Yen-Schwäche gewarnt.

Dies brachte auch den Euro zum Dollar unter Druck. Die Gemeinschaftswährung rutschte zeitweise um fast einen halben US-Cent auf 1,3416 Dollar. Bis zum späten Vormittag erholte der Euro sich wieder leicht auf 1,3430 Dollar. „Die Auflösung der Carry Trades geht auch zu Lasten des Euro“, erklärte Analyst Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank den Kursrückgang der europäischen Währung, für die am Dienstag noch 1,3480 Dollar gezahlt worden waren.

Auslöser der Unsicherheit an den Finanzmärkten ist die Schieflage zweier Hedge-Fonds der US-Investmentbank Bear Stearns. Dies hatte Befürchtungen über eine Krise am US-Immobilienmarkt wiederbelebt, die sich negativ auf die US-Wirtschaft auswirken könnte. Der Offenmarktausschuss der Notenbank (FOMC) wird am Donnerstag über die Wirtschaftslage beraten und die Zinsen dann nach fast einhelliger Einschätzung der Analysten unverändert bei 5,25 Prozent lassen. Allerdings dürfte die Fed in ihrem Kommentar auf die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft eingehen.

Am Rentenmarkt sorgte der Anstieg der Kurse für einen spürbaren Rückgang der Renditen. Die dem Bund-Future zugrunde liegende zehnjährige Bundesanleihe rentierte am Mittwoch noch 4,538 Prozent nach 4,600 Prozent am Vorabend.

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