Yuan dürfte steigen
China dementiert Währungsaufwertung

China hat Spekulationen um eine angeblich kurz bevorstehende erneute Aufwertung seiner Währung dementiert. Notenbankchef Zhou Xiaochuan bezeichnete gestern Meldungen als „Unsinn“, nach denen der Wechselkurs zum Dollar in der Neujahrsnacht deutlich aufgewertet werden soll.

PEKING. „Das gibt es nicht“, sagte Chinas mächtigster Banker am Rande einer Konferenz in Peking.

Die „WirtschaftsWoche“ hatte Anfang Dezember unter Berufung auf chinesische Regierungskreise gemeldet, der Währungsschritt zum Jahresanfang sei beschlossene Sache. Der Kurs des chinesischen Yuan solle im Verhältnis zum US-Dollar auf 7,5 Yuan sinken. Das wäre mit rund sieben Prozent eine stärkere Aufwertung als im Juli. Peking hatte im Sommer erstmals seine Währung vom US-Dollar gelöst und leicht aufgewertet – damals aber nur um 2,1 Prozent.

Experten rechnen eher mit weiteren Trippelschritten. „Ich glaube nicht, dass China eine Angleichung seiner Währung auf einen Schlag vollziehen wird“, sagt Ivo Naumann, Bankenexperte von Roland Berger in Schanghai. Mit der beschlossenen Bindung an einen Währungskorb habe Chinas Notenbank nun die Möglichkeit, die Flexibilisierung „Schritt für Schritt“ zu vollziehen.

Auch Chefökonom Jonathan Anderson von UBS in Hongkong sieht den aktuellen Druck auf die Regierung in Peking entschärft. Dafür sprechen seiner Ansicht nach die steigende Zahl der Importe und die sinkenden Exporte im November.

China steht seit Monaten unter internationalem Druck, seine Währung zu flexibilisieren. Vor allem die USA fordern eine Korrektur. Sie halten den Yuan um ein Drittel unterbewertet. Dadurch schaffe sich China Wettbewerbsvorteile, lautet der Hauptvorwurf. Als Folge sind chinesische Produkte auf dem Weltmarkt relativ günstig und immer mehr US-Firmen verlagern Arbeitsplätze in das Reich der Mitte.

Die chinesische Währung war viele Jahre lang fest an den US-Dollar gekoppelt. Mit der Lockerung dieser Bindung im Sommer wurde der Kurs des Yuans an einen Währungskorb aus US-Dollar, Euro, japanischem Yen und dem südkoreanischen Won gekoppelt. Die Gewichtung der einzelnen Währungen im Korb ist jedoch geheim.

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