Yuan schließt stark gegenüber dem Dollar: Chinas Währung auf Rekordkurs

Yuan schließt stark gegenüber dem Dollar
Chinas Währung auf Rekordkurs

Der Yuan hat am Freitag gegenüber dem US-Dollar den höchsten Schlusskurs seit der Neubewertung im Juli 2005 erreicht. Der Dollar schloss im automatischen Preisausgleichssystem mit 8,0424 Yuan nach 8,0480 Yuan am Vortag. Der Dollar gab Händlern zufolge nach, nachdem der Wechselkurs mit 8,0432 Yuan festgesetzt worden war, um 0,0058 weniger als am Vortag. Dies war der höchste Tagesrückgang der Kurses, seitdem die chinesische Notenbank in diesem Jahr eine neue Methode zur Festsetzung der Wechselkursparität eingeführt hat. Morgan Stanley macht für den neuerlichen Kursanstieg nicht nur internationalen Druck auf Peking, sondern auch ein Umdenken bei chinesischen Politikern verantwortlich.

Das Austauschverhältnis des Yuan zum US-Dollar wird nun mittels des gewogenen Durchschnitts von Kursen errechnet, die von 13 Marktmachern gestellt werden. Dabei werden der höchste und der niedrigste Kurs ausgenommen. Die Aufwertung des Yuan zum Dollar stützt nach Einschätzung von Händlern die Auffassung, dass die chinesische Notenbank mittlerweile einen rascheren Anstieg des Yuan zulässt.

Die People's Bank of China (PBoC) hat am Freitag angekündigt, sie werde das Wechselkurssystem weiter verbessern und im Rahmen ihrer Planungen für das laufende Jahr auch die Kapitalbilanz-Konvertibilität der Währung vorantreiben. Die Nachrichtenagentur Xinhua hat unter Berufung auf das PBoC-Büro in Schanghai berichtet, die Notenbank werde sich um eine ausgeglichenere Zahlungsbilanz bemühen, die Beschränkungen bei der Kapitalausfuhr lockern und den Zufluss regulieren.

China hatte im vergangenen Juli sein Wechselkurssystem grundlegend geändert. Seitdem ist der Yuan nicht mehr fest an den Dollar gekoppelt, sondern mit einer gewissen Flexibilität an einen Korb von international wichtigen Währungen gebunden. Die Volksrepublik hat damit auch auf steigenden Druck aus den USA reagiert. Die Amerikaner sind zunehmend verärgert, weil nach ihrer Auffassung China den eigenen Wechselkurs künstlich niedrig hält und so die Exportkraft stärkt, um die westlichen Märkten mit Waren zu überschwemmen. Andererseits hatten Experten auch immer wieder vor einer plötzlichen Freigabe des Yuan-Kurses gewarnt, weil dies Schockwellen auf den Finanzmärkten auslösen könnte. Die Volksrepublik hat sich für eine leichte Flexibilisierung als Mittelweg entschieden.

Morgan Stanley geht in einer neuen Studie davon aus, dass sich die chinesische Währung künftig mit höherem Tempo bewegen wird. Offensichtlich steige der Druck der Amerikaner auf Peking, schreiben die Analysten. Noch wichtiger seien aber die Entwicklungen in Peking selbst. Die Bank von China hat inzwischen so Devisenreserven aufgehäuft, dass ein weiterer Aufbau nicht mehr als sinnvoll erscheint. Denn wenn China die eigene Währung künstlich drückt, dann muss die Notenbank Yuan gegen Devisen verkaufen.

Jahre lang herrschte in Peking die Einstellung: je mehr Reserven, desto besser. Dies ändert sich nach Einschätzung von Morgan Stanley nun. Eine künstliche Überhitzung der chinesischen Wirtschaft durch übermäßige Importe werde zudem zunehmend kritisch gesehen. Außerdem erlaube China durch seine billige Währung Investoren einen Einstieg in die eigenen Immobilien- und Kapitalmärkte zu Discountpreisen. Dies alles wird nach Meinung der US-Bank von selbst zu einer stärkeren Flexibilisierung der Wechselkurse führen. Weiterer Druck aus den USA sei daher zurzeit wenig hilfreich, weil er eher zu einem politischen Abwehrreflex führe.

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