Zahl neuer Stellen gefallen
US-Daten drücken den Dollar

Am Montag stand der Dollar unter Verkaufsdruck. Die Arbeitsmarktdaten vom Freitag, die für Enttäuschung sorgten, dürften dafür verantwortlich sein.

HB FRANKFURT. Der Euro übersprang die Marke von 1,23 Dollar und kostete zuletzt 1,2326 Dollar.

„Wenn wir einen drastischen Anstieg der neu geschaffenen Stellen gesehen hätten, wäre die Frage gewesen, ob die US-Notenbank Fed etwas weiter geht“, sagte Devisenstratege Neil Mellor von der Bank of New York in London mit Blick auf die allgemein erwartete Anhebung der US-Leitzinsen von mindestens 25 Basispunkten. Andere Börsianer äußerten sich ähnlich und fügten hinzu, viele Anleger hielten sich derzeit stark zurück und warteten auf weitere Konjunkturdaten, von denen sie sich klarere Hinweise auf die US-Zinsentwicklung erhofften.

Die Zahl der neu geschaffenen Stellen in den USA fiel im Mai auf 248 000 von revidiert 346 000 im Vormonat. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 216 000 gerechnet. In den vergangenen Monaten hatten wiederholt deutlich besser als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten Spekulationen um eine baldige US-Leitzinserhöhung angeheizt.

„Da die US-Leitzinserhöhung inzwischen eingepreist ist, rücken Fundamentaldaten wieder in den Vordergrund“, sagte ein anderer Händler. „Wichtigster Belastungsfaktor für den Dollar ist in diesem Zusammenhang natürlich das US-Doppeldefizit.“ In den vergangenen Monaten hatten Zweifel vieler Anleger an der Finanzierbarkeit der US-Defizite bei Leistungsbilanz und Haushalt die US-Währung unter massiven Verkaufsdruck gesetzt.

Als dritten Grund für die aktuelle Dollar-Erholung nannten Marktteilnehmer technische Faktoren. „Bei knapp unter 1,23 Dollar lag ein Widerstand“, sagte ein Händler. „Der Sprung darüber hat Stop-Loss-Verkäufe ausgelöst.“ Anleger, die auf einen fallenden Kurs des Euro spekuliert hatten, seien gezwungen gewesen, zur Begrenzung ihrer Verluste Euro zu kaufen.

Im Referenzkursverfahren EuroFX wurde der Kurs des Euro mit 1,2322 (Freitag 1,2204) Dollar festgelegt. Die EZB ermittelte den Referenzkurs mit 1,2319 (1,2203) Dollar.

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