Zahlungsmittel
15 Jahre Euro

Als Zahlungsmittel existiert der Euro nun 15 Jahre. Am Devisenmarkt gibt es Kurse sogar schon 18 Jahre. Zum Feiern sehen Politiker keinen Grund. Viele Krisen prägten die vergangenen Jahre. Weitere Belastungen stehen an.
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BerlinDer Euro wird an diesem Sonntag 15 Jahre alt. Die Währung war am 1. Januar 2002 eingeführt worden. Zunächst beteiligten sich zwölf Länder, heute sind es 19. Damit ist der Euro das Zahlungsmittel für rund 340 Millionen Menschen. Als die neue neue Währung startete, war sie für viele Menschen ungewohnt und in Deutschland sogar unbeliebt - wegen des Abschieds von der D-Mark.

Der Spitzname "Teuro" drückt die mangelnde Begeisterung der Deutschen gut aus. Denn viele Menschen beobachteten, dass sich mit der Einführung viele Waren und Dienstleistungen verteuerten. In der Statistik war dies allerdings nicht so gut nachvollziehbar.

Umfragen zeigen heute: 56 Prozent der Menschen in der EU finden, dass der Euro eine gute Sache ist. Bei den 15- bis 24-Jährigen sind es sogar 68 Prozent, ergab eine Umfrage der EU-Kommission unter 17.500 Bewohnern der Eurozone. Der größte Vorteil der gemeinsamen Währung aus der Sicht der Menschen ist, dass sie das Reisen erleichtert. Viele Bürger betrachten sie zudem als Quelle politischer Stabilität - und das trotz der Krisen der vergangenen Jahre.

Immerhin, die erste große Bewährungsprobe hat die Gemeinschaftswährung im Zuge der Schuldenkrise überstanden. Doch weitere Belastungen kündigen sich für 2017 bereits an. So könnten die Italiener ihr Land in eine politische Krise stürzen.

Portugals Kreditwürdigkeit am Finanzmarkt hängt zudem am seidenen Faden, und auch der Streit über Griechenlands Schulden schwelt weiter. Hinzu kommen Ungewissheiten über den Ausgang der französischen Präsidentschaftswahl im Frühjahr und die Umsetzung des Brexit-Referendums.

Realisieren sich nur einige dieser Gefahren zugleich, könnte das vor allem der Union und ihrer Kanzlerkandidatin Angela Merkel Probleme bringen - und der eurofeindlichen AfD weiteren Auftrieb geben. "Die Gefahr einer Euro-Krise 2.0 sehe ich, das politische Risiko ist enorm", sagt der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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