Zahlungsverkehr
Bundesbank lehnt Abschaffung des 500-Euro-Scheins ab

Die Bundesbank sieht keine Notwendigkeit, an der derzeitigen Stückelung der Euro-Banknoten etwas zu ändern. Auch die Einführung von Bargeldobergrenzen lehnt Bundesbank-Vorstand Ludwig Thiele ab - die Argumente seien nicht stichhaltig.

BerlinDie Bundesbank ist gegen die Abschaffung des 500-Euro-Scheines und die Einführung von Bargeld-Obergrenzen. „Jeder Bürger hat das Recht, mit seinem Geld so zu verfahren, wie er möchte. Es ist sein Geld“, sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele auf einer Veranstaltung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands am Mittwoch in Berlin.

Wenn die Europäische Zentralbank (EZB), die für die Emission der 500 Euro-Noten zuständig ist, oder die Politik durch die Einführung von Obergrenzen in das Freiheitsrecht des Bürgers eingreife, müsse dies gut begründet sein. Die Bundesregierung will beispielsweise eine Bargeldobergrenze von 5000 Euro einführen.

Thiele sieht jedoch keine guten Gründe dafür. Manchen gehe es darum, Transaktionen mit kriminellem Hintergrund einzudämmen, andere wollten die Schattenwirtschaft zurückdrängen oder die Geldwäsche erschweren. „Hier werden die Bürger unter Generalverdacht gestellt“, kritisierte Thiele. Das sei ein Verstoß gegen die informationelle Selbstbestimmung.

Ihm sei nicht bekannt, dass in Ländern wie Frankreich oder Italien, die Bargeldobergrenzen kennen, die Kriminalität abgenommen habe, bemerkte Thiele. Sinn würden solche Aktionen auch nur dann machen, wenn es weltweit Beschränkungen gebe. Und davon sei ihm nichts bekannt.

Jede Währung lebe vom Vertrauen. Und mit der möglichen Abschaffung der 500-Euro-Note und der Einführung von Bargeldobergrenzen sieht Thiele die Gefahr, dass die Freiheit „scheibchenweise“ stirbt. Die 500-Euro-Note eigne sich gut als Wertaufbewahrungsmittel. Der EZB-Rat habe noch keine Entscheidung über die Abschaffung getroffen, derzeit würden die Auswirkungen untersucht. Für Thiele ist Bargeld frei nach Dostojewski „geprägte und gedruckte Freiheit“.

Daher hält der Bundesbanker auch nichts von Vorschlägen von Wissenschaftlern wie zum Beispiel Kenneth Rogoff, das Bargeld gleich komplett abzuschaffen. Damit hätten die Notenbanken die Möglichkeit, Zinssätze für alle durchzusetzen, ohne dass man auf Bargeld ausweichen könne. Negativzinsen auf Bargeld gebe es nun einmal nicht.

Die Debatte ringt auch dem Sparkassenpräsidenten Georg Fahrenschon nur ein Kopfschütteln ab. „Ohne Not haben wir hier eine Debatte über die Begrenzung des Bargelds vom Zaun gebrochen“, so Fahrenschon.

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