Zeitweise über 1,17 Dollar
Euro startet neuen Höhenflug

Der Kurs des Euro ist am Dienstag deutlich gestiegen und hat erstmals seit Anfang Juli wieder die Marke von 1,16 US-Dollar überschritten. Dabei profitierte er von massiven Dollar-Verkäufen.

HB FRANKFURT. Die Aussagen des japanischen Finanzministeriums, die US-Notenbank Fed habe im Auftrag Japans zur Stützung des Dollar am Devisenmarkt interveniert, bremste allerdings den Sturz des Dollar auch zum Euro etwas ab. „Wir haben heute eine Intervention über die Federal Reserve Bank von New York ausgeführt. Es waren Dollar-Käufe gegen Yen-Verkäufe“, sagte ein Sprecher des japanischen Finanzministeriums. Daraufhin erholte sich der Dollar zum Yen, nachdem er zuvor auf ein Drei-Jahres-Tief bei 110,12 Yen gefallen war. Die US-Währung kostete am Abend 111,40 Yen, nach einem Schlusskurs von 110,83 Yen am Vorabend.

Bereits in der Vergangenheit hat Japan des öfteren an den Devisenmärkten eingegriffen, um einen zu deutlichen Anstieg des Yen zu bremsen. Ein hoher Yen-Kurs verteuert die japanischen Exporte und gilt somit als Belastungsfaktor für die Wirtschaft des Landes.

Auch zum Euro konnte der Dollar wieder etwas Boden gutmachen. Der Euro notierte am frühen Abend bei 1,1650 Dollar, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs am Montag noch mit 1,1413 Dollar ermittelt hatte. Am Vorabend war die Gemeinschaftswährung mit 1,1594 Dollar aus dem Handel in New York gegangen. Am Dienstag legte die EZB den Referenzkurs mit 1,1652 Dollar fest. Im Referenzkursverfahren EuroFX wurde der Kurs des Euro mit 1,1686 (Montag 1,1409) ermittelt.

Am Nachmittag war der Euro in Folge negativer US-Konjunkturdaten zeitweise sogar deutlich über 1,17 Dollar geklettert. Der US-Verbrauchervertrauensindex für September war auf 76,8 Punkte gefallen. Analysten hatten zuvor einen Stand von 81,8 Punkten erwartet. Auch der viel beachtete Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago für September fiel am Dienstagnachmittag schlechter als erwartet aus. Gespannt warten Marktteilnehmer nun auf die Veröffentlichung des landesweiten US-Einkaufsmanagerindexes des Institute for Supply Management (ISM) am Mittwoch. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Händler steht allerdings die Bekanntgabe der jüngsten US-Arbeitsmarktdaten am Freitag.

Bereits am Montag hatten unter anderem massive Dollar-Verkäufe den Euro nach oben katapultiert. Einen fundamentalen Grund für den plötzlichen Anstieg des Euro habe es nicht gegeben, sagten Händler. „Es handelt sich dabei nicht um eine Stärke des Euro, sondern um eine ausgesprochene Dollar-Schwäche“, stellte Analyst Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank klar und fasste damit eine am Markt weit verbreitete Auffassung zusammen. Diese Schwäche zeige sich auch an den Gewinnen des Yen zum Dollar. „Das belegt, dass die weltweiten Kapitalströme sich zu Lasten der USA entwickeln.“ Hellmeyer begründete die Entwicklung damit, dass die wirtschaftliche Erholung in den USA nach den Daten der vergangenen Wochen zunehmend kritischer betrachtet wird. „Viele erkennen, dass es sich nur um eine fremdfinanzierte Zwischenerholung ohne Nachhaltigkeit handelt."

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