Zentralbanken in Fernost versuchen, Ängste vor einer Flucht aus der US-Währung zu zerstreuen
Asien bekennt sich zum Dollar

Südkorea, Japan und Taiwan treten dem Eindruck entgegen, sie würden sich aus dem Dollar als Reservewährung zurückziehen. Entsprechende Gerüchte hatten die US-Währung schwer belastet.

fu TOKIO. Die südkoreanische Zentralbank erklärte, dass die langfristig geplante Diversifizierung ihrer Währungsreserven nicht impliziere, dass derzeit gehaltene Anlagen in Dollar – oder in anderen Währungen – bald abgestoßen würden. Man werde jedoch in Zukunft zum Aufbau neuer Reserven auch Anleihen anderer großer Länder erwerben, wobei der Anteil der auf Dollar lautenden Papiere gleich bleibe; außerdem würden künftig nicht-staatliche Schuldner stärker berücksichtigt. Vertreter des japanischen Finanzministeriums teilten mit, dass man keine Pläne habe, die eigenen Devisenreserven stärker zu diversifizieren, etwa in Richtung Euro. Und die Zentralbank Taiwans gab bekannt, dass sie jüngst keine Dollar verkauft habe.

An den Devisenmärkten sind die Währungsreserven ostasiatischer Zentralbanken ins Zentrum des Interesses gerückt. Für etwaige Unruhe sorgten dabei am Dienstag Berichte, wonach Südkoreas Zentralbank im Rahmen einer geplanten Diversifizierung ihrer Fremdwährungen Dollar-Reserven abstoßen wolle. Dem Dollar bescherten die Spekulationen markante Kursverluste, zumal Südkorea per Ende Januar mit 200 Mrd. Dollar die weltweit viertgrößten Devisenreserven aufwies – nach Japan (841 Mrd. Dollar), China (610 Mrd. Dollar) und Taiwan (243 Mrd. Dollar).

Südkorea sah sich daher veranlasst, seine Pläne klarzustellen. Ausschlaggebend dafür war auch, dass der Won am Vortag gegenüber dem Dollar auf den höchsten Wert seit sieben Jahren geklettert war. Die koreanische Währung hatte im vergangen Jahr 13 Prozent zugelegt. Die Erklärungen überzeugten die Märkte nur halb: Der Won blieb auch gestern relativ stark.

Zur exakten Zusammensetzung der Währungsreserven machte man in Seoul keine Angaben, wobei diese Information auch von Ländern wie Japan geheim gehalten wird. Einige Marktbeobachter schätzen jedoch, dass bis zu 90 Prozent der südkoreanischen Reserven in Dollar denominiert sind. Bekannt ist, dass das Land Ende 2004 weltweit der fünftgrößte Inhaber amerikanischer Schatzanleihen war; der Löwenanteil dieser Papiere wird dabei von der Zentralbank gehalten.

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