Zu starke Nachfrage
Aufsicht warnt vor Rohstoff-Crash

Der rasant wachsende Markt für Rohstoffe birgt nach Einschätzung der britischen Finanzaufsicht FSA Gefahren für die Stabilität des Finanzsystems. Die FSA warnt, dass der enorme Kapitalfluss an die Märkte für Energie, Metalle und Agrarrohstoffe die Gefahr eines Crashs erhöht; deshalb wollen die Kontrolleure den Handel mit Rohstoffen schärfer unter die Lupe nehmen.

LONDON. In den vergangenen Jahren erlebten die Rohstoffmärkte von Gummi, über Gold und Öl bis Baumwolle einen rasanten Aufschwung. Von 1990 bis heute verzehnfachten sich die Umsätze an der London Metal Exchange. An der Energieterminbörse ICE verdoppelte sich der Handel innerhalb eines Jahres. Gleichzeitig explodierte das Volumen der außerhalb der Börsen gehandelten Rohstoff-Derivate den Daten der Bank für internationalen Zahlungsausgleich zufolge auf 6,4 Bill. Dollar – das ist mehr als 14 Mal so viel wie 1998.

Die steigende Nachfrage aus sich schnell entwickelnden Emerging Markets wie China und Indien ließ den Preis zahlreicher Rohstoffe rasant steigen. An der London Metal Exchange stieg die Notierung für Zinn in dieser Woche auf einen neuen Rekordstand. Eine Tonne Kupfer kostet mittlerweile 6 700 Pfund. Aber auch Agrarrohstoffe wie Zucker, Kakao und Weizen haben im vergangenen Jahr nachhaltig an Wert gewonnen.

Die Rekordjagd an den Rohstoff- und Energiemärkten hat nicht nur Industriefirmen, Fluglinien und andere Unternehmen angelockt, die sich über Derivategeschäfte gegen heftige Preisschwankungen absichern wollen. Auch Hedge-Fonds, Investmentbanken und Vermögensverwalter drängen in das lukrative Geschäft. Geldhäuser wie Barclays Capital oder Goldman Sachs gehörten in den vergangenen Jahren zu den großen Profiteuren der Rohstoffhausse. Das Ziel dieser Investoren: Renditequellen erschließen, die unabhängig von den Risiken an den Aktien- und Anleihemärkten sind.

Der Ansturm der Großanleger bereitet den Aufsehern von der FSA Sorgen. „Aggressive Handelsstrategien mit sehr hohen Umsätzen und immer ehrgeizigere Investmentfonds stellen die traditionellen Teilnehmer an den Rohstoffmärkten vor völlig neue Herausforderungen“, heißt es in einem Anfang dieser Woche vorgelegten Bericht der Behörde.

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