Zügellose Hausse
Und täglich grüßt der Gold-Rekord

Die Marke von 1.800 Dollar ließ der Goldpreis spielerisch hinter sich, ein Anstieg auf 1.900 Dollar scheint eine Frage von Tagen. Skeptiker sehen zwar auch für Gold Gefahren aufziehen. Doch sie sind in der Minderheit.
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FrankfurtDer Goldpreis steigt und steigt. Gestern stieg der Goldpreis erstmals über 1.825 Dollar je Unze, heute ist dieses Rekordhoch schon wieder Makulatur. Am Morgen stieg der Preis bis auf 1.867 Dollar, in Euro kostete die Feinunze 1.309 – auch das ist selbstredend ein Allzeithoch.

Skeptiker warnen: Mit den aufkommenden Konjunktursorgen wird der Goldpreis wieder fallen. Denn eine nachlassende Weltwirtschaft würde die Inflationserwartungen dämpfen. Und das wäre Gift für das Gold, dass als sicherer Hafen in Inflationszeiten gilt.

Doch die Skeptiker sind in der Minderheit. "Das entscheidende Plus für Gold sind die negativen Realzinsen", formuliert Ronald Stöferle, Goldexperte bei der Ersten Bank in Wien, die Mehrheitsmeinung. Negative Realzinsen bedeutet: Der Nominalzins abzüglich Inflation ist im Minus. Mit Bankeinlagen oder Anleihen verliert der Anleger demnach real an Vermögen. Gold wirft zwar auch keine Zinsen ab. Aber heute können Festzinsanlagen das zinslose Gold eben nicht mehr ausstechen.

Stöferle sieht sich auch durch einen historischen Rückblick bestätigt: In den 70er-Jahren gab es ebenso wie heute Phasen negativer Realzinsen. Und die waren Hausse-Zeiten für Gold. Der US-Notenbankpräsident Ben Bernanke hat Gold vor wenigen Tagen noch gestärkt. Er erklärte, an der Niedrigzinspolitik noch bis Mitte 2013 festhalten zu wollen.

Dabei treibt die eskalierende Schuldenkrise Investoren ohnehin in das Gold. "Immer mehr Menschen erkennen, dass mehr Schulden auch mehr Geldentwertung bedeuten werden - Konjunkturüberlegungen sind da zweitrangig", sagt James Turk, Gründer der Goldhandelsplattform Goldmoney.com.

Die Erhöhung der Schuldenobergrenze in den USA vor zwei Wochen war für den Mann aus London ein Schlüsselereignis: "Die Politiker wollen das Problem gar nicht lösen." Der EU-Krisenherd findet ebenfalls keine Ruhe. In den Ergebnissen des jüngsten Treffens von Kanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy sehen die Anleger ebenfalls keinen Ansatz zur Lösung der Euro-Schuldenkrise.

Von den Notenbanken ist Gegenwehr nicht zu erwarten. Die US-Notenbank hat bereits Staatsanleihen in großem Umfang aufgekauft. Auch die Europäische Zentralbank stützte Krisenländer wie Griechenland auf diesem Wege - und hat in diesem Monat sogar Papiere aus Spanien und Italien gekauft.

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„Eine lukrative, aber gefährliche Phase“

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  • @Otto von Barren:

    Es gibt noch andere Parameter, die klar FÜR Gold sprechen.
    Außerdem, betrachten Sie Gold doch einfach NICHT als Spekulations-Instrument. Das justiert das Verständnis.

    Bei Ihrem Vergleich, Immobilien mit einem großen Schiff zu vergleichen, denke ich an die Titanic. Dieser Vergleich ist nicht ganz falsch.

  • "Aber er war ein Genie - der Schwachkopf war ich."

    Das werden sich hier in Deutschland schon bald viele Leute mehr denken! :D

    Hier faseln immer noch viele Leute was von Staatsanleihen und Co. lol

  • gääähm....langweilig so ein Artikel. Weckt mich bitte wieder, wenn Gold bei 5000€ und Silber bei 500€ stehen, danke.

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