Zukunft der Energiemärkte
Der nächste Ölpreisschock kommt bestimmt

Die Welt macht Fortschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien. Doch die Experten der Internationalen Energieagentur warnen: Der Ölpreis könnte bald extrem ansteigen, wenn die Branche nicht mehr investiert.
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LondonDie Autoren sparen nicht mit positiven Begriffen. Sie schreiben über signifikante Fortschritte, und wichtige Meilensteine, die erreicht wurden, über wirkungsvolle Aktionen und Regierungen, die in einigen Fällen sogar ihre Vorgaben übertreffen. Unter dem Strich kommen sie dennoch zu einem äußerst ernüchternden Ergebnis: Die Welt sei zwar auf einem guten Weg, etliche der Ziele, die auf dem Pariser Klimagipfel vor einem Jahr ausgegeben wurden, zu erreichen. „Das ist ausreichend, um den Anstieg an Kohlendioxid-Emissionen zu verlangsamen, aber bei weitem nicht genug, um die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen“, schreiben die Verfasser des jüngsten Weltenergieausblicks, den die Internationale Energieagentur (IEA) am Mittwoch in London vorgestellt hat.

Fatih Birol, Chef der Behörde, verstärkt die Botschaft: „Ja, es gibt gute Nachrichten“, sagt er im Gespräch mit dem Handelsblatt, aber es gebe noch mehr Risiken und Herausforderungen auf dem Weg in eine CO2-neutrale Welt. Dazu gehört ein möglicher Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen, sobald Donald Trump Anfang nächsten Jahres ins Weiße Haus einzieht. „Das wird angesichts der Größe der US-Wirtschaft Konsequenzen haben, aber noch ist es zu früh darüber zu spekulieren“, sagt Birol.

Zu den Risiken gehört auch eine langsamere Abkehr von fossilen Brennstoffen, mit der die IEA rechnet. Damit widerspricht die Behörde einigen anderen Experten. Der Höhepunkt der globalen Ölnachfrage sei derzeit noch nicht in Sicht, so der IEA-Chef. Die Nachfrage werde zwar langsamer steigen als in den vergangenen Jahren, aber sie werde weiterhin zulegen und voraussichtlich nicht vor 2040 ihr Maximum erreichen.

Shell, einer der weltweit größten Ölförderer, erwartet dagegen, dass man den Höhepunkt möglicherweise schon in fünf bis 15 Jahren erleben wird. Die Opec, die Organisation erdölexportierender Staaten, hat erst jüngst prognostiziert, dass die Erdölnachfrage 15 Jahre nach der vollen Umsetzung des Pariser Abkommens auf ihrem Höhepunkt sein wird und mehr konventionelle betriebene Wagen durch Elektroautos ersetzt werden.

Zwar rechnet auch die IEA damit, dass die Zahl der Elektroautos von 1,3 Millionen im vergangenen Jahr auf 150 Millionen im Jahr 2040 steigen wird. Doch andere Sektoren würden diesen Rückgang beim Ölbedarf wohl überkompensieren, betont Birol. In dem zentralen Szenario, dass die Behörde in ihrem Weltenergieausblick skizziert, gehen die Experten daher davon aus, dass die Ölnachfrage von 92,5 Millionen Barrel pro Tag auf 103,5 Millionen Barrel pro Tag bis 2040 steigen wird. Diese Entwicklung werde vor allem durch Indien angetrieben, und China werde die USA als größte Nation unter den Ölverbrauchern ablösen, prognostizieren die IEA-Fachleute.

Gerade im Ölmarkt sieht die IEA noch eine weitere große Gefahr: dass es zu einem verhängnisvollen Zyklus kommen könnte und damit einer neuen Phase extrem hoher Ölpreise, wenn die Förderunternehmen nicht bald wieder mehr in die Erforschung und Erschließung neuer Ölfelder investieren.

Angesichts des Preisverfalls sei die Zahl der neu zugelassenen konventionellen Ölförderprojekte 2015 so niedrig gewesen wie zuletzt in den 1950-er Jahren. Das dürfte in diesem Jahr auf einem ähnlichen Niveau bleiben. „Sollte dies bis einschließlich 2017 oder länger andauern, wird es zunehmend unwahrscheinlich, dass Angebot und Nachfrage ohne rasante Preissteigerungen ausgeglichen werden können“, heißt es in dem IEA-Bericht. Um das zu verhindern, sei „eine noch nie dagewesene Anstrengung nötig“, sagt Tim Gould, einer der Autoren des IEA-Weltenergieausblicks.

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  • Nachdem ich heute soviel Kommentare zum Thema Atomenergie und erneuerbarer Energie geschrieben habe, werde ich in Zukunft Vorträge darüber halten.
    Habe nämlich ein paar interessante Anfragen bekommen, nachdem ich den Vergleich mit den Außerirdischen gezogen habe.
    Herr Däniken war auch dabei, und diesen verehre ich schon sehr lange.......

  • @Holger Narrog
    Kernfusion und Kernkraft sind Teile der Kernenergie.
    Es geht mir immer um die Kernforschung / Entwicklung als Ganzes.

  • Hallo Herr Hoffmann...ich denke nicht dass die Kernfusionsenergie den kommenden 100 Jahren eine wesentliche Rolle spielen wird.

    Bislang gibt es kein Konzept für die Kernfusion dass der Kernspaltung in wesentlichen Punkten überlegen ist. Bitte vergessen Sie nicht dass das Potential zur Nutzung der Kernspaltung bislang bei weitem nicht ausgenutzt ist*.

    * Vergessen Sie hierbei Phantasiereaktoren wie Quattrofluid oder dergleichen. Auch die reale Kernenergie hat noch viele Pfeile im Köcher.

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