Zukunft der Rohstoffe: Goldman wettet nicht mehr gegen den Goldpreis

Zukunft der Rohstoffe
Goldman wettet nicht mehr gegen den Goldpreis

Goldman Sachs erwartet eine kurzfristige Erholung des Goldpreises und zieht seine Wetten auf sinkende Kurse zurück. Bei Rohstoffen will die Bank vorsichtiger investieren – denn auch Öl und Kaffee stehen unter Druck.
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LondonDie US-amerikanische Großbank Goldman Sachs setzt nicht mehr auf einen sinkenden Goldpreis – zumindest nicht auf kurze Sicht. Bei Rohstoffen insgesamt ist die Bank aber vorsichtiger, an einigen Orten sieht sie Preisdruck.

Am 10. April hatte Goldman dazu geraten, sich aus Gold zurückzuziehen. Zwei Tage später setzte ein Einbruch bei dem Edelmetall ein, der den Preis von Gold innerhalb von nur zwei Handelstagen um rund 13 Prozent schrumpfen ließ. Das war der stärkste Rückgang in drei Jahrzehnten.

Am Mittwochmorgen deutscher Zeit lagen Gold-Futures bei 1426,70 Dollar je Unze. Goldman erwartet aktuell, dass Gold in drei Monaten wieder bei 1530 Dollar stehen könnte. Auf längere Sicht sind die Strategen der US-Bank zurückhaltender. In sechs Monaten sehen sie den Preis bei 1490 Dollar, in zwölf Monaten bei 1390 Dollar.

Während Goldman beim Goldpreis in nächster Zeit keinen Rückgang sieht, senkte der Konzern den „kurzfristigen“ Ausblick für Rohstoffe insgesamt. Die Experten reduzierten die Preis-Prognosen für Öl und Kaffee. Begründet wurde dies mit der schwachen Nachfrage von China bis Europa.

Goldman reduzierte den dreimonatigen und den zwölfmonatigen Renditeausblick für den Standard & Poor's GSCI Index – der die Entwicklung von 24 verschiedenen Rohstoffen abbildet – auf je 2,5 Prozent – verglichen mit der vorhergehenden Prognose von sechs Prozent in drei Monaten und von drei Prozent in zwölf Monaten. Grundlage für die Angaben ist eine am späten Dienstag veröffentlichte Studie von Goldman Sachs.

Darin teilte die Bank auch mit, dass sie den kurzfristigen Ausblick für Rohstoffe auf „Neutral” zurückgenommen hat. Hingegen könne der Goldpreis auf kurze Sicht potenziell steigen, während er auf längere Sicht dann sogar noch weiter fallen dürfte.

„Die Rohstoff-Renditen haben im bisherigen Verlauf des Aprils stark nachgegeben. Makroökonomische Daten aus den USA, Europa und China, die schwächer als erwartet ausgefallen waren, trieben die Sorgen um das Wachstum der Weltwirtschaft an”, erklärte die Analystin Samantha Dart in der vorgelegten Studie. „Die negative Stimmung auf dem Markt hat besonders den zyklischen Rohstoffpreisen zugesetzt.”

Vor allem das Wachstum in China bereitet vielen Beobachtern Sorgen. Diese wurden am Dienstag dieser Woche erneut befeuert, als eine aktuelle Statistik aus der Volksrepublik anzeigte, dass das verarbeitende Gewerbe im Land zuletzt langsamer gewachsen ist, als vorab eigentlich erwartet.

Goldman reduzierte die kurzfristige Erwartung für Brent- Rohöl auf 100 Dollar pro Barrel. Zuvor hatte die Prognose noch bei 110 Dollar je Barrel gelegen. Den Ausblick zum Jahresende 2013 senkte die US-Bank auf 105 Dollar je Barrel, weniger als die zuvor erwarteten 110 Dollar je Barrel.

Ähnlich der Trend auch bei Kaffee. Die Experten der Bank stutzten ihre Prognose mit Blick auf drei, sechs und zwölf Monate auf jeweils 1,45 Dollar je Pfund. Zuletzt hatten sie noch damit gerechnet, dass sie Preise innerhalb eines Jahres auf bis zu 1,75 Dollar je Pfund ansteigen könnten.

Die Entwicklungen beim Kaffeepreis begründete Goldman mit einem sich verbesserndes Produktionsausblick für das führende Anbauland Brasilien. Im März habe es dort vorteilhafte Regenverhältnisse gegeben, erklärte Goldman-Analyst Damien Courvalin. Die bessere Produktion in Brasilien bedeute, dass Ernte-Verluste in Zentral-Amerika wohl ausgeglichen werden könnten. Hinzu komme, dass es noch Überreste von der letzten Ernte in Brasilien gebe, was die Preise belasten dürfte.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • veröffentlichte und tatsächliche US-Inflationsrate

    http://newshour.s3.amazonaws.com/photos/2011/05/13/ShadowStats_Inflation_blog_main_horizontal.jpg

  • http://vimeo.com/49730552

    Goldman Sachs - Eine Bank lenkt die Welt
    from Fred Kaier Plus 7 months ago

    Seit fünf Jahren steht die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs für sämtliche Exzesse und Entgleisungen der Finanzspekulation. Durch hochspekulative Geschäfte mit der Zahlungsunfähigkeit der amerikanischen Privathaushalte konnte sich die Bank an der aktuellen Finanzkrise bereichern .....

  • "Kurseinbruch deutlicher als erwartet"
    - Ach wirklich, na wenns so gut funktioniert hat dann gleich nochmal ^^.
    Welche nummer muss ich wählen um auch muppet werden zu können??? "Willauchhabenawesomeskills"

    Unsere märkte sind doch das geilste casino der welt, und der spielbank isses mal echt egal ob du gezinkte karten hasst,

    Geh doch mal an den roulette tisch und frage nach 2000:1 leverage, das gesicht des dealers will ich sehen. Für meinen broker sind 2000:1 selbstverständlich, und wenn die wette schief läuft und der account im minus wird resettet, mach das mal im casino, hehe. Wenn die wette aber richtig läuft ist da nur blue sky.

    Noch besser wirds nur mit colocation und nem "elite feed", ode rdirect zu getco ^^.

    Oh du schöne neue macro welt, solange ich im club bin is alles sehr geil. SO SIEHTS MAL AUS.

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