Zum Dollar auf tiefsten Stand seit November
US-Handelsdaten drücken Euro auf Sechs-Monats-Tief

Überraschend starke US-Einzelhandelsdaten haben am Donnerstag dem Dollar weiter Auftrieb gegeben und den Euro auf den tiefsten Stand seit über einem halben Jahr gedrückt. Händler führten die starke Nachfrage nach der US-Währung auf nachlassende Sorgen über eine Abschwächung des US-Wirtschaftswachstums zurück.

HB FRANKFURT. Der Euro wurde am Nachmittag mit 1,2706 Dollar gehandelt. Zeitweise rutschte die Gemeinschaftswährung bis auf 1,2693 Dollar ab, den tiefsten Stand seit Anfang November. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Euro-Referenzwert vor Veröffentlichung der US-Daten mit 1,2771 (Vortag 1,2882) Dollar festgelegt. „Mit den Einzelhandelsumsätzen, den Handelsbilanzdaten am Mittwoch und den Arbeitsmarktdaten vom Freitag kamen jetzt drei gute Konjunkturdaten am Stück, die ein positives Szenario der US-Wirtschaft zeichnen. Das stützt natürlich den Dollar“, sagte Helaba-Händler Jan Koczwara.

Der Umsatz im US-Einzelhandel stieg nach Angaben des Handelsministeriums im April um 1,4 %, der stärkste Anstieg seit sieben Monaten. Analysten hatten im Schnitt lediglich ein Wachstum von 0,7 % vorausgesagt. Bereits am Mittwoch hatte ein überraschend geschrumpftes US-Außenhandelsdefizit die Anleger verstärkt zu Dollar-Käufen bewogen.

Ein überraschend starkes Wirtschaftswachstum in Deutschland konnte den Euro-Kurs am Donnerstag nicht stützen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal dieses Jahres saison- und kalenderbereinigt um ein Prozent zum Vorquartal. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Anstieg von nur 0,5 % gerechnet.

Auch zu anderen Währungen konnte der Dollar zulegen. Zum japanischen Yen kletterte die US-Währung mit 106,74 Yen auf den höchsten Stand seit rund drei Wochen. Zum Schweizer Franken baute der Dollar seine Vortagesgewinne ebenfalls aus und notierte am Nachmittag mit 1,2154 Franken auf dem höchsten Stand seit Mitte April. Im Referenzkursverfahren der Banken (EuroFX) wurde der Euro mit 1,2774 (1,2886) Dollar festgelegt.

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