Zum Handelsstart wieder unter 1,22 Dollar
Euro gibt im europäischen Handel deutlich nach

Gewinnmitnahmen haben den Euro im internationalen Devisenhandel am Mittwoch unter Druck gebracht.

HB FRANKFURT. Mit Kursen um 1,2165 Dollar notierte die Gemeinschaftswährung gut einen US-Cent unter dem New Yorker Schlussniveau von 1,2260 Dollar sowie unter dem am Vortag erreichten Rekord von rund 1,2275 Dollar.

Der Dollar holte auch zum Yen auf, was Händler auf ein mutmaßliches Eingreifen der Bank of Japan (BoJ) zurückführten. Der Yen war am Vorabend in New York auf 107 Yen gefallen und kletterte im frühen europäischen beziehungsweise späten asiatischen Handel binnen weniger Sekunden auf Kurse deutlich über 108 Yen.

„Ich denke, es ist ziemlich offensichtlich, dass Japan interveniert“, sagte ein Händler in London. Ein anderer erläuterte, „sie haben über eine US-Bank und eine japanische Bank ab 107,40 Yen gekauft“. Die japanische Notenbank, die im Auftrag der Regierung in Tokio handelt, stemmt sich seit Monaten gegen die Aufwertung der eigenen Währung, da dies die Exporte des Landes verteuert. Etwas später pendelte sich der Dollar um 108,65 Yen ein.

Händler halten eine Erholung des Dollar für überfällig. Die US-Währung hat seit beinahe zwei Wochen zum Euro fast täglich an Wert verloren. Von einer Trendwende zugunsten des Greenback wollen sie aber nichts wissen. Die Entscheidung der US-Notenbank (Fed) vom Vorabend, die US-Zinsen für „geraume Zeit“ bei einem Prozent zu lassen, sei kaum dazu angetan, den Dollar zu stützen, sagten Händler. Die US-Devise ist unter anderem auch wegen des unattraktiven Zinsniveaus unter Druck. In der Euro-Zone liegen die Zinsen mit zwei Prozent derzeit doppelt so hoch. Als Hauptursache der Dollar-Schwäche gelten aber die hohen Defizite in der Leistungsbilanz und im US-Staatshaushalt.

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