Zunächst dürften Soja, Mais und Weizen teurer werden
Strategen erwarten steigende Agrarpreise

Die Preise für landwirtschaftliche Rohstoffe werden nach Expertenansicht steigen. Der wesentliche Grund ist die zunehmende Nachfrage der Volksrepublik China.

FRANKFURT/M. Die Fachleute von Goldman Sachs erwarten für die kommenden zwölf Monate eine durchschnittliche Verteuerung von 13 Prozent. Zunächst dürften die Notierungen für Soja, Mais und Weizen anziehen, danach die Preise für Kaffee, Zucker und Orangensaft. Damit dürfte es bei den landwirtschaftlichen Erzeugnissen eine ähnliche Entwicklung geben wie bei den „harten Rohstoffen“ Metalle und Öl.

Agrarische Rohstoffe als Kapitalanlage sind bislang vernachlässigt worden, zumindest in Europa, und zu Unrecht, wie führende Banker meinen. Gerard Lyons, Chefökonom der britischen Standard Chartered Bank, prognostizierte auf einem von der London Metal Exchange (LME) veranstalteten Seminar, dass mit der fortschreitenden Verstädterung Chinas auch die Nachfrage nach agrarischen Rohstoffen weiter zunehmen werde. Die Regierung in Peking könnte in Schwierigkeiten geraten, die Bevölkerung in ausreichendem Maße mit Lebensmitteln zu versorgen.

Ganz ähnlich argumentiert Klaus Martini, der Leiter Anlagestrategie für das weltweite Privatkundengeschäft der Deutschen Bank: „Der Chinaeffekt führt zu einer strukturellen Veränderung des Marktes, ähnlich wie wir sie in den letzten zwei bis drei Jahren auf dem Ölmarkt erlebt haben. Allein schon aufgrund der Bevölkerungsentwicklung wird der Bedarf steigen.“

Die Rohstoffnachfrage Chinas, die in den vergangenen Monaten zum entscheidenden Faktor an den Märkten geworden ist, wird nach Meinung von Martini und Lyons längerfristig stärker auch auf landwirtschaftliche Rohstoffe wie Getreide, Kaffee, Kakao, Naturkautschuk übergreifen. Denn die Ängste der Chinesen über die Versorgungssicherheit machten sich nicht so sehr bei den „Hartwaren“ Metalle und Energie bemerkbar, berichtet Lyons nach einem Besuch der Volksrepublik. Spürbar seien Versorgungsängste vielmehr bei den so genannten „Soft Commodities“, also den agrarischen Rohstoffen.

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