Zunehmenden Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen
Deutschland geht einen Sonderweg

Deutschland im Jahr 2050: Große Windräder vor den Küsten liefern Strom für weite Teile des Bundesgebiets, Solaranlagen auf den Dächern sorgen für warmes Wasser, Biomassekraftwerke stehen flächendeckend – und Atomreaktoren gibt es schon lange nicht mehr.

HB DÜSSELDORF. „Langfristig, das heißt bis Mitte dieses Jahrhunderts, soll mindestens die Hälfte der Energieversorgung mit erneuerbaren Energien bestritten werden“, beschreibt das Bundesumweltministerium die ehrgeizigen Pläne der Regierung. Zum Vergleich: 2003 lag deren Anteil noch bei gerade mal 3,1 Prozent.

In der Tendenz decken sich die Pläne zwar mit den Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA): Der Anteil der erneuerbaren Energien werde weiter steigen, die Bedeutung von Kohle und Kernenergie abnehmen, heißt es im Welternergieausblick. Aber nur in der Tendenz: Nach Einschätzung der IEA-Experten wird die Bedeutung der erneuerbaren Energien eng begrenzt bleiben: „Fossile Energieträger werden die internationale Energieverbrauchsstruktur weiterhin dominieren und den Großteil des zusätzlichen Energieverbrauchs decken.“ Auch die Kernkraft wird weltweit im Einsatz bleiben. 2030 werden die fossilen Energieträger Öl, Kohle und Gas der Prognose zufolge 82 Prozent der Energieversorgung decken, erneuerbare Energien 14 Prozent und die Kernkraft den Rest.

Zu einem ähnlichen Fazit war bereits der World Energy Council (WEC), ein Zusammenschluss von Vertretern der Energiewirtschaft aus 96 Ländern, auf seiner Weltenergiekonferenz im Sommer in Sydney gekommen: „Ungeachtet eines wachsenden, aber untergeordneten Beitrags von Wind und Sonne werden die traditionellen Energien Mineralöl, Kohle und Erdgas zusammen mit Kernenergie und Wasserkraft auch in den nächsten Jahrzehnten die Hauptlast der Versorgung zu tragen haben“, heißt es im Tagungsbericht.

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