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Zusammenschluss Royal Dutch Shell ändert Indexstrukturen spürbar

Der Zusammenschluss der beiden Teilkonzerne Royal Dutch Petroleum Co. und Shell Transport & Trading Co Plc zu einem Unternehmen wird die Struktur der viel beachteten Indizes Dow Jones Stoxx 50 und Dow Jones Eurostoxx 50 im kommenden Jahr stark verändern.

dpa-afx FRANKFURT. Der Zusammenschluss der beiden Teilkonzerne Royal Dutch Petroleum Co. und Shell Transport & Trading Co Plc zu einem Unternehmen wird die Struktur der viel beachteten Indizes Dow Jones Stoxx 50 und Dow Jones Eurostoxx 50 im kommenden Jahr stark verändern. Ölkonzerne werden spürbar an Gewicht verlieren, Auto- und Pharmabranche voraussichtlich zulegen, ermittelten Aktienstrategen.

"Da das neue Unternehmen in Großbritannien eingetragen wird, erfüllt es nicht mehr die Zulassungskriterien für die Dow Jones Indizes der Eurozone", sagte Aktienstratege Klaus Stabel vom Wertpapierhandelshaus ICF Kursmakler. Denn um für die Dow Jones Indizes der Eurozone zugelassen werden zu können, müsse eine Gesellschaft sowohl ihren Sitz als auch die Hauptnotiz im Euroland haben. Eine Notierung im Eurostoxx-Bereich und den Branchenindizes sowie dem Bluechip-Index Eurostoxx 50 sei nicht mehr möglich.

Keine Änderungen VOR Frühjahr 2005

Aktienstratege Berndt Fernow von der LBBW verwies darauf, dass Royal Dutch mit einer Marktkapitalisierung nach Streubesitz von 88 Mrd. Euro der zweitgrößte Index-Wert nach der französischen Ölgesellschaft Total SA sei. "Royal Dutch hat einen Anteil von rund sechs Prozent am gesamten Indexgewicht", sagte er. Allerdings müssten erst noch die Aktionäre auf den Hauptversammlungen beider Unternehmen dem Vorhaben zustimmen, "und das wird nicht vor dem Frühjahr 2005 der Fall sein", sagte Fernow. Er erwartet deshalb noch keine größeren Aktienbewegungen in nächster Zeit.

Sollte die Royal-Dutch-Aktie 2005 dann aus dem Auswahlindex der Eurozone genommen werden, wäre nach der derzeitigen Aktien-Rangliste das Papier des französischen Autobauers Renault SA Nachfolger im Eurostoxx. "Aber bis zum Frühjahr nächsten Jahres kann sich hier noch einiges ändern", so Fernow. Auch andere Autowerte wie PSA Peugeot Citroen oder Bayerische Motoren Werke AG (BMW) hätten gute Chancen für eine Aufnahme in den Index.

Auch der Stoxx 50 ändert sich nach Aussagen der Aktienstrategen erheblich durch den Zusammenschluss: "Dort rangiert Royal Dutch bei der Marktkapitalisierung auf Rang sieben der Schwergewichte und Shell mit 59 Mrd. Euro Gegenwert auf Platz zehn bei der Marktkapitalisierung", sagte Stabel. Durch die geplante Ausgabe der von so genannten Class-A- und Class-B-Aktien dürfe künftig nur noch eine Aktiengattung im Index berücksichtigt werden. "Das heißt, auch hier wird ein Platz für einen Nachrücker frei", sagte Stabel. Nach der derzeitig gültigen Rangliste wäre hier Sanofi-Aventis der Aufsteiger, so die einmütige Auffassung der Strategen.

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