Zweieinhalbjahreshoch
Wie Anleger vom hohen Ölpreis profitieren

Die Sorgen vor weiteren Umstürzen in Ölförderländern lassen den Preis für Rohöl ungehindert steigen. Zumindest Spekulanten und Ölkonzerne freut das - und einige Anleger.
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Düsseldorf/MoskauFluch oder Segen? Während der kontinuierliche Anstieg des Rohölpreises die Verbraucher an den Tankstellen aufstöhnen lässt, freuen sich Ölförderländer wie Russland über steigende Einnahmen. Auch Anleger konnten bereits kräftig profitieren. Und noch zeichnet sich kein Ende des Preisanstiegs ab.

Der Preis für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent pendelte am Mittwoch um die Marke von 122 Dollar, nachdem er am Dienstag auf ein neues Zweieinhalb-Jahres-Hoch von 122,89 Dollar gestiegen war - damit war ein Barrel Öl (159 Liter) so teuer wie zuletzt vor gut zwei Jahren. Das US-Leichtöl WTI notierte am Mittwoch kaum verändert bei 108,31 Dollar. „Charttechnisch ist eine Anstieg des Brent auf 125 Dollar noch in dieser Woche möglich“, sagte Rohstoffderivate-Experte Ken Hasegawa vom Brokerhaus Newedge der Nachrichtenagentur Reuters.

Die anhaltenden Kämpfe in Libyen und die Unruhen im Nahen Osten treiben die Ölpreise bereits seit Mitte Februar immer höher. Grund dafür sind weniger die bislang ausgefallenen Lieferungen, sondern vielmehr die Sorge davor, dass es auch in anderen wichtigen Ölförderländern zu Ausfällen kommen könnte.

Amerikanischer Arbeitsmarkt gewinnt an Fahrt

Zusätzliche Unterstützung gaben zuletzt die US-Arbeitsmarktdaten. Der Stellenaufbau schürt bei den Marktteilnehmern Hoffnungen auf eine steigende Nachfrage im größten Ölkonsumland. Die Zahlen haben „den Risikoappetit der Anleger beflügelt“, urteilt die Commerzbank. Spekulative Anleger hätten ihre Netto-Long-Positionen noch ausgeweitet, setzten also auf einen weiteren Preisanstieg. „Kurzfristig dürften die Ölpreise aufgrund der Angebotsrisiken unterstützt bleiben“, so die Analysten.

Mit 120 Dollar notieren die Preise bereits heute am oberen Ende der Prognoseskala von Morgan Stanley. Für das Gesamtjahr prognostiziert die US-Bank bisher einen Ölpreis von durchschnittlich 100 Dollar. Viel tiefer wird der Preis nach Einschätzung von Ad van Tiggelen von ING Investment Management vermutlich auch nicht fallen. „Die Unruhen im Nahen Osten werden wohl für einige Zeit anhalten, die Nachfrage der Emerging Markets steigt strukturell, und die Öl- und Gasnachfrage wird von der Diskussion über Atomenergie profitieren.“ Damit sei es für Anleger nicht zu spät, auf Öl zu setzen.

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