Zypern-Krise
Pimco stößt Euro ab

Zypern spielt für den Fortbestand der Euro-Zone eine entscheidende Rolle, meint Saumil Parikh von Pimco. Der weltgrößte Anleihehändler hat angekündigt, sein Investment in den Euro kurzfristig zu reduzieren.
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FrankfurtDer weltgrößte Anleiheinvestor Pimco hat sein Investment in den Euro zurückgefahren. „Wir haben unser Exposure im Euro reduziert“, sagte Saumil Parikh, Geschäftsführer bei Pimco, im Interview mit Handelsblatt Online.

Insbesondere eine mögliche Beteiligung von Bankkunden an der Rettung Zyperns stößt bei Pimco auf Unverständnis. „Dies hat signifikante Auswirkungen für Ausländer, die in Europa investieren. Das System basiert auf dem Vertrauen, dass das Geld sicher ist, sobald es auf einem Konto liegt“, sagte Parikh.

Notfalls müssten die anderen Euro-Länder einspringen und einen größeren Anteil am Rettungspaket übernehmen, erklärte Parikh. Zypern habe zwar keine große Bedeutung für die Wirtschaftskraft der Euro-Zone, als Präzedenzfall sei das Land aber umso wichtiger. „Wenn Europa eine Fiskalunion werden soll, dann müssen die einzelnen Staaten in einem solchen Fall füreinander haften. Das ist natürlich ein großes Opfer. Aber wenn Europa dazu nicht bereit ist, dann wird der Euro auf lange Sicht zerbrechen.“

Die konjunkturelle Lage der Euro-Zone beurteilt der Experte ebenfalls skeptisch. Der Euroraum sei die schwächste Wirtschaftsregion der Welt. Im aktuellen Ausblick sagt Pimco ein Schrumpfen der Wirtschaft in der Eurozone um -1,25 bis -0,75 Prozent voraus, für Deutschland ein Wachstum zwischen null bis ein Prozent.

Nichtsdestotrotz setzt Pimco weiterhin auf Anleihen aus der Euro-Zone, insbesondere auf Papiere aus Spanien und Italien mit einer Laufzeit von ein bis drei Jahren, da diese von der EZB gestützt werden könnten.

Pimco ist eine Tochter der Allianz und zählt zu den größten Investoren der Welt.

Das vollständige Interview lesen Sie am Donnerstag bei Handelsblatt Online.

Mallien Jan
Jan Mallien
Handelsblatt / Geldpolitischer Korrespondent
Jörg Hackhausen
Jörg Hackhausen
Handelsblatt Online / Reporter

Kommentare zu " Zypern-Krise: Pimco stößt Euro ab"

Alle Kommentare

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  • Das Investment von Pimco wird sich doch von selber schon um 9,9 % reduzieren.

  • Zitat: "Das System basiert auf dem Vertrauen, dass das Geld sicher ist, sobald es auf einem Konto liegt“, sagte Parikh."

    Das System der Demokratie basiert auf dem Vertrauen, dass Steuergelder des Volkes nicht zur Subventionierung von Verlusten verwendet werden, die Banken und Versicherungen durch risikoreichen Fehlspekulationen und irrsinnige Bonuszahlungen aufhäufen.

    Welches Vertrauen ist denn wohl wichtiger, Mr. Parikh?

  • Dann lassen Sie den EURO zerbrechen, so brauchen wir auch nicht zu haften

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