Alternativen zum Börsengang
An die Börse, fertig – los?

Nicht immer laufen Börsengänge so glatt wie bei Alibaba. Der weltgrößte Schweinefleischproduzent hat sich dabei mächtig die Finger verbrannt. Das Beispiel zeigt: Es gibt gute Gründe, dem Börsenparkett fern zu bleiben.
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KölnIm zweiten Anlauf hat es doch noch geklappt: Die chinesische WH Group, der weltweit größte Produzent von Schweinefleisch, ging Anfang August in Hongkong an die Börse. Ein erster Versuch im April war gescheitert – es hatte zu wenige Interessenten gegeben. Beim zweiten Versuch setzte sich das Unternehmen ein bescheideneres Ziel als zuvor.

Ursprünglich hatte die Gruppe mit dem Börsengang rund fünf Milliarden Dollar erlösen wollen, nun wurde es knapp die Hälfte. Mit dem Geld will die Unternehmensleitung unter anderem die Schulden abbauen, die sie im vergangenen Jahr beim Kauf eines US-Konkurrenten gemacht hat.

Fällt ein Börsengang, auch als Initial Public Offering (IPO) bezeichnet, ins Wasser, gibt das betroffene Unternehmen gern dem Marktumfeld die Schuld daran. Die Bedingungen an den Finanzmärkten hätten sich überraschend verschlechtert, heißt es dann. Oder: Börsenturbulenzen hätten den IPO vereitelt. Das mag im Einzelfall stimmen. Solche Entschuldigungen sollten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Börsengang nicht für jedes Unternehmen ein geeignetes Mittel ist, um frisches Kapital zu beschaffen.

Ob ein IPO grundsätzlich in Frage kommt, lässt sich gut beantworten, denn die rechtlichen Vorgaben sind klar definiert. Um als börsenreif zu gelten, müssen Unternehmen in Deutschland die Rechtsform einer Aktiengesellschaft (AG), einer Europäischen Gesellschaft (EG) oder einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) besitzen. Die weiteren Voraussetzungen hängen vor allem davon ab, an welchem Handelsplatz und in welchem Börsensegment Unternehmen notiert werden wollen. Schwieriger als die Frage, ob ein IPO machbar ist, ist die, ob er auch sinnvoll ist.

Die Motive hinter einem Börsengang unterscheiden sich von Fall zu Fall. Manche Unternehmen wollen damit ihr Eigenkapital stärken, andere wollen Übernahmen finanzieren oder ihren Bekanntheitsgrad erhöhen. Bei jungen Unternehmen dient der Börsengang mitunter Investoren als sogenannter Exit, also als Weg aus der Beteiligung. Ob ein IPO das richtige Mittel ist, um das jeweilige Ziel zu erreichen, lässt sich nicht pauschal sagen. Firmeninhaber und Geschäftsleitung müssen allerdings gegebenenfalls mit den Nachteilen des Börsengangs zurechtkommen. Und die gibt es reichlich.

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