Börsengang
Erfolgreiches Börsendebüt für Sixt Leasing

Nach dem missglückten Börsenstart von Windeln.de am Vortag kann Sixt Leasing am ersten Handelstag punkten: Nach Börseneröffnung notiert die Aktie über dem Ausgabepreis. Mit dem Erlös sollen Schulden abgebaut werden.
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FrankfurtAufatmen bei Sixt Leasing: Die Leasingsparte des Autovermieters Sixt ist am Donnerstag mit 20,40 Euro in den Frankfurter Handel gestartet. Der erste Kurs lag somit über dem Ausgabepreis, den das Unternehmen in der Nacht zuvor bei 20 Euro festgesetzt hatte. „Das Angebot war zum Emissionspreis mehrfach überzeichnet“, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Platziert werden rund 12,4 Millionen Aktien. Inklusive Mehrzuteilungsoption gibt allein der Autovermieter Sixt knapp 6,8 Millionen Anteile ab – und reduziert seinen Anteil an der früheren Tochter auf rund 40 Prozent. Der Rest der Aktien stammt aus einer Kapitalerhöhung. Der Börsengang kommt somit auf ein Emissionsvolumen von bis zu 247 Millionen Euro. Sixt Leasing fließen dabei fast 112 Millionen Euro zu. Das Geld will das Unternehmen für die Schuldentilgung einsetzen. Daneben soll die Profitabilität durch den gesenkten Zinsaufwand steigen und zusätzlicher Spielraum für Wachstum frei werden.

Vorstandschef Rudolf Rizzolli sieht neben dem Großflottenleasing und dem Flottenmanagement „vor allem im Geschäft mit Privatkunden und Gewerbetreibenden einen riesigen Markt mit rund 1,1 Millionen potenziellen Kunden, die jährlich neue Fahrzeuge leasen oder finanzieren“, wie er in einem Interview mit Börse Online sagte. Im Jahr 2014 erzielte das Unternehmen bei einem Gesamtumsatz von 575 Millionen Euro ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von 25,6 Millionen Euro.

Für die koordinierenden Banken Berenberg und Commerzbank ist der Börsengang willkommener ein Erfolg. Denn nach dem missglückten Debüt von Windeln.de, das federführend von Bank of America Merrill Lynch, Deutsche Bank und Goldman Sachs begleitet wurde, ist der Start von Sixt Leasing ein Hoffnungsschimmer für die weiteren Börsenanwärter. Der Münchener Spezialist für Babyutensilien im Internet musste am Mittwoch – dem ersten Handelstag der Aktie – einen kräftigen Kursrutsch verkraften.

Gleich zum Start rutschte das Papier unter den Ausgabepreis von 18,50 Euro, am Abend notierte die Aktie sogar nur noch bei 14,95 Euro. Auch am Donnerstagmorgen ging es weiter abwärts. Normalerweise versuchen die begleitenden Banken, den Kurs in den ersten Handelstagen mit Käufen zu stabilisieren.

Auch wenn der Start von Windeln.de damit kräftig in die Hose ging, gehen Experten davon aus, dass es im ersten Halbjahr noch ein paar Kandidaten aus der Deckung kommen werden. Neben den Neulingen dieser Woche gab es in Deutschland im laufenden Jahr nur zwei weitere Börsengänge – den des Kabelnetzbetreibers Tele Columbus und den des finnischen Kleinkredit-Anbieters Ferratum. Als weitere Börsenanwärter gelten Siltronic, die Halbleitersparte von Wacker Chemie, und die Wohnungsgesellschaft Ado Properties.

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