Börsengang
Schwedische TF Bank drängt an die Frankfurter Börse

Die unklare Lage in China und die Ungewissheit über die US-Zinsanhebung halten die Aktienmärkte auf Trab. Dennoch werden im Herbst Börsengänge in Deutschland erwartet. Der heißeste Kandidat: die schwedische TF Bank.
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FrankfurtDer erste Börsenkandidat in Deutschland für den Herbst wagt sich aus der Deckung. Die schwedische TF Bank kündigte am Donnerstag ihre Pläne an, an die Frankfurter Börse zu gehen. Das junge Unternehmen bietet Verbraucherkredite und Zahlungen per Rechnung im Internet an. Sie arbeitet dabei mit Online-Händlern zusammen, denen sie für die Zahlung über TF eine Provision anbietet. Große Hoffnungen setzt sie auf ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem schwedischen Inkasso-Unternehmen Intrum Justitia, das im Herbst den Betrieb aufnehmen soll. Die TF Bank ist vor allem in Skandinavien und Polen aktiv. Der Markteintritt in Deutschland, Österreich, Großbritannien und den Niederlanden wird noch geprüft.

Begleitet wird der Börsengang federführend von der ICF Bank, mit von der Partie sind außerdem MM Warburg und die DZ Bank. Einem Insider zufolge ist die Emission im streng regulierten Prime Standard geplant. Stattfinden soll er den Planungen zufolge noch im September. Die TF Bank peile einen Emissionserlös von mehr als 100 Millionen Euro an, sagte die mit dem Vorhaben vertraute Person. Die Firma folgt damit dem Beispiel des finnischen Kleinkredit-Anbieters Ferratum, der im Februar an die Frankfurter Börse gegangen war und inzwischen im Kleinwerteindex SDax gelistet ist.

Bisher refinanziert sich die Bank über Spareinlagen von 220 Millionen Euro, die sie in Schweden und Finnland eingesammelt hat. In den zwölf Monaten bis Ende Juni nahm die TF Bank nach eigenen Angaben 50,6 Millionen Euro ein und erwirtschaftete damit einen Gewinn von 11,9 Millionen Euro.

Für den Herbst werden eine ganze Reihe von Börsengängen in Frankfurt erwartet. Schon in den nächsten Wochen dürften der Lkw-Zulieferer Jost-Werke aus Neu-Isenburg, der Münchener Online-Rubrikanzeigendienst Scout24 sowie der Lebensmittel-Lieferdienst HelloFresh aus dem Imperium des Internet-Konzerns Rocket den Schritt an die Börse ankündigen. Auch die Bayer -Kunststoffsparte Covestro, die Zugsparte von Bombardier und die Reederei Hapag-Lloyd hegen Börsenpläne.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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