Börsengang

Siltronic kommt vor Sommerpause

In vier Wochen dürfte der Börsengang der Wacker-Chemie-Tochter Siltronic abgeschlossen sein. Auf jeden Fall vor der Sommerpause sollen die Aktien an die Börse kommen. Die Einnahmen sind schon für einen Zweck verplant.
Kommentieren
Solarzellen am Eingang des Wacker-Konzern. Quelle: Reuters
Tochterfirma wird abgespalten

Solarzellen am Eingang des Wacker-Konzern.

(Foto: Reuters)

MünchenWacker Chemie will seine Wafer-Tochter Siltronic noch vor der Sommerpause aufs Frankfurter Börsenparkett führen. Dies kündigte der Spezialchemiekonzern am Freitag an, nannte aber kein genaues Datum. In der Regel dauert es von der Ankündigung bis zum Börsengang vier Wochen, damit könnte die Erstnotiz Mitte Juni erfolgen.

Wie Wacker Chemie weiter mitteilte, sollen neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung von Siltronic platziert und Anteilsscheine aus dem eigenen Bestand verkauft werden. Der Mutterkonzern will nach dem Börsengang zunächst noch die Mehrheit an der Tochter behalten, diese dann aber mittelfristig abgeben. Details dazu wurden nicht genannt.

Siltronic will die Erlöse aus der Kapitalerhöhung vor allem zum Abbau von Schulden verwenden und so finanziell flexibler werden. Erwartet werden hier rund 150 Millionen Euro, hieß es bei der Bank Citi, die Wacker Chemie neben Credit Suisse mit der Organisation des Börsenganges beauftragt hat. Mit an Bord sind zudem Commerzbank, HSBC und Unicredit. Wieviel Geld der Gang aufs Börsenparkett insgesamt einbringen könnte, ist offen.

Das sind die nächsten Börsenkandidaten in Deutschland
Chorus Cleam Emergy - Wind- und Solaranlagenbetreiber
1 von 19

Erstnotiz: 3. Juli. Preisspanne: 9,75 bis 12,50 Euro. Zeichnungsfrist: 22. Juni bis 1. Juli. Emissionsvolumen: bis zu 124 Millionen Euro, davon 100 Millionen Euro aus Kapitalerhöhung. Bewertung: 300 bis 400 Millionen Euro. Streubesitz nach Börsengang: 86 Prozent (vorher 60,5 Prozent). Begleitende Banken: Berenberg, BHF-Bank. Eigentümer: Peter Heidecker (20,7 Prozent), ehemalige KG-Fondsanleger (60,5 Prozent), weitere Investoren.

Deutsche Pfandbriefbank - Immobilienfinanzierer
2 von 19

Erstnotiz: im Juli geplant. Emissionsvolumen: mehr als eine Milliarde Euro aus Altbesitz. Bewertung: 1,5 bis 1,8 Milliarden Euro. Streubesitz nach Börsengang: 75 bis 80 Prozent. Begleitende Banken: Deutsche Bank, Citi. Eigentümer: Bundesrepublik Deutschland über den Bankenrettungsfonds SoFFin.

Delivery Hero-Investor German Startups Group - Wagniskapitalfinanzierer
3 von 19

Erstnotiz: im Juli erwartet (im Entry Standard). Emissionsvolumen: 60 bis 70 Millionen Euro (erwartet), fast ausschließlich aus Kapitalerhöhung. Begleitende Bank: Commerzbank. Eigentümer: Investoren um Gründer Christoph Gerlinger und Familie.

CBR - Modehandel, "Street One", "Cecil"
4 von 19

Erstnotiz: 2. Juli erwartet. Preisspanne: 14 bis 18 Euro. Zeichnungsfrist: 23. Juni bis 1. Juli. Emissionsvolumen: bis zu 292 Millionen Euro, davon 200 Millionen Euro aus Kapitalerhöhung. Bewertung: rund 650 Millionen Euro. Streubesitz nach Börsengang: 47 Prozent. Begleitende Banken: Deutsche Bank, Goldman Sachs. Eigentümer: EQT (Finanzinvestor).

BGP - Wohnungsgesellschaft
5 von 19

Erstnotiz: noch vor der Sommerpause erwartet. Bewertung: 1,3 Milliarden Euro (inklusive Schulden). Emissionsvolumen: bis zu 500 Millionen Euro (geschätzt). Begleitende Banken: JPMorgan, Credit Suisse, BNP Paribas und Berenberg. Eigentümer: zahlreiche Einzelinvestoren.

Ado Properties - Wohnungsgesellschaft
6 von 19

Erstnotiz: 30. Juni. Preisspanne: 20 bis 25 Euro. Zeichnungsfrist: bis 29. Juni. Emissionsvolumen: bis zu 528 Millionen Euro, davon 200 Millionen Euro aus Kapitalerhöhung. Bewertung: bis zu 825 Millionen Euro. Streubesitz nach Börsengang: rund 60 Prozent. Begleitende Banken: UBS, Kempen. Eigentümer: Ado Group (Israel).

Jost Werke - Lkw-Zulieferer
7 von 19

Erstnotiz: im Herbst erwartet (Verkauf wird parallel geprüft). Bewertung: mehr als 700 Millionen Euro (erwartet). Begleitende Banken: JPMorgan, Deutsche Bank, Commerzbank. Eigentümer: Cinven.

Der Hersteller Siltronic, der weltweit rund 4100 Menschen beschäftigt, sieht sich mit einem globalen Marktanteil von 14 Prozent als Nummer drei auf dem Wafer-Markt, hinter den asiatischen Konkurrenten Shin-Etsu (27 Prozent) und Sumco (26 Prozent). Die Branche ist stark konsolidiert, die größten fünf Anbieter vereinigen 88 Prozent Marktanteil auf sich. Waren sie in der Vergangenheit von der stark schwankenden Nachfrage nach Computer-Chips abhängig, sorgen Mobiltelefone und Tablets nun für eine ausgeglichenere Entwicklung.

Siltronic erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 853 Millionen Euro und einen Betriebsgewinn (Ebitda) von knapp 188 Millionen Euro. Die Konkurrenz ist an der Börse etwa mit dem Neunfachen ihres Kerngewinns bewertet – analog dazu käme Siltronic auf einen Marktwert von gut einer Milliarde Euro. Wacker hatte bereits 2004 Anlauf genommen, die Tochter an die Börse zu bringen, dann aber im letzten Moment einen Rückzieher gemacht.

  • rtr
Startseite

Mehr zu: Börsengang - Siltronic kommt vor Sommerpause

0 Kommentare zu "Börsengang: Siltronic kommt vor Sommerpause"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%