Börsenneulinge Liebe auf den zweiten Blick

Der IPO-Markt kommt gerade in Schwung, doch große Marken sind nicht dabei. Aber gerade die jungen Firmen stehen für Innovation und auf den zweiten Blick könnten die aktuellen Börsenneulinge interessant sein.
Kommentieren
Drum prüfe, wer sich bindet: Auch wenn Neuemmissionen noch so verlockend sind - wer nicht fahrlässig sein Geld riskieren will, informiert sich vorher ausführlich über den Börsenneuling. Quelle: gms
Mit Vorsicht aufs Parkett - Wie Anleger von Börsengängen profitieren

Drum prüfe, wer sich bindet: Auch wenn Neuemmissionen noch so verlockend sind - wer nicht fahrlässig sein Geld riskieren will, informiert sich vorher ausführlich über den Börsenneuling.

(Foto: gms)

FrankfurtEndlich ist der Markt für Börsengänge auch hierzulande in Schwung gekommen. Gerade buhlen mit der Wohnimmobilienfirma Ado Properties, dem Solar- und Windparkbetreiber Chorus Clean Energy und dem Internet-Schmuckhändler Elumeo mehrere Kandidaten um die Gunst der Anleger. Schnell wird jedoch der Vorwurf laut, dass die Firmen, die nun an die Börse streben, nicht die besten seien - denn jene seien schon von Finanzinvestoren weggeschnappt worden.

Ganz von der Hand zu weisen ist dies nicht, wie die jüngsten Beispiele zeigen: Der Börsengang von Douglas war bereits angekündigt, doch dann machte die Beteiligungsgesellschaft CVC das Rennen. Stattdessen wurde das Debüt von Windeln.de, bei dem auch Privatanleger zum Zug kamen, bislang zum Reinfall.

Eine Kritik muss sich das Unternehmen dabei durchaus gefallen lassen: Windeln.de hat den Ausgabepreis von 18,50 Euro seit dem Börsengang Anfang Mai nicht mehr erreicht. Am Freitag ging die Aktie mit 11,90 Euro aus dem Handel. Mehr als ein Drittel der Marktkapitalisierung ist also futsch. Die Bewertung zum Börsengang von 470 Millionen Euro war schlichtweg zu hoch - bei Umsätzen von nur knapp 170 Millionen Euro, die Analysten der Firma für das Jahr 2015 zutrauen.

Es liegt nun an den anderen Neulingen, die Fehler nicht zu wiederholen. Auch bei Elumeo sind beispielsweise nicht alle Experten von den Preisvorstellungen überzeugt. Am oberen Ende der Preisspanne von 25 bis 33 Euro wäre die Firma mit 182 Millionen Euro bewertet. 2015 halten Analysten aber nur Umsätze von 85 Millionen Euro für realistisch.

Dennoch haben die neuen Kandidaten einen zweiten Blick verdient. Zwar können sie nicht mit so bekannten Markennamen wie Douglas aufwarten. Nach der konsequenten Ausrichtung auf den Parfümeriemarkt und der gesteigerten Profitabilität wäre das Unternehmen sicher ein interessantes Investment gewesen. Dennoch macht das heute so wichtige Onlinegeschäft bislang nur 8,6 Prozent des Umsatzes aus. Douglas steht daher eher für die alte Garde, während die Börsenneulinge versuchen, mit innovativen Geschäftsmodellen zu punkten.

Bei diesen Börsengängen würden Investoren Kasse machen
Snapchat
1 von 13

„Wir haben einen Plan, wie wir das machen werden“: Snapchat-Gründer Evan Spiegel will seine Firma an die Börse bringen. Es könnte der nächste Milliarden-Börsengang aus dem Silicon Valley werden. In den vergangenen Finanzierungsrunden war Snapchat von Investoren nach Medienberichten mit 15 und 19 Milliarden Dollar (13,7 bis 17,5 Mrd Euro) bewertet worden.

Snapdeal
2 von 13

CEO Kunal Bahl: Sein Unternehmen gehört in Indien zu den größten E-Commerce-Anbietern im Land. Investoren haben sich an dem digitalen Marktplatz (Bekleidung, PCs, Spielzeug, Möbel, Autos) mit 1 Milliarde Euro beteiligt. Das macht Snapdeal zu einem milliardenschweren Startup. Der Unternehmenswert soll bei 2 Milliarden Euro liegen. Business Standard rechnet für 2016/2017 mit einem Börsengang.

Meituan
3 von 13

Meituan ist Chinas Antwort auf das amerikanische Startup Groupon, das diverse Webseiten mit Rabatt-Angeboten und Restaurant-Reservierungen betreibt. 1 Milliarde Euro hat das Jungunternehmen bei Investoren schon eingesammelt und wird auf einen Unternehmenswert von 6,4 Milliarden Euro geschätzt. Techcrunch berichtet, dass das Startup mit einem IPO noch bis 2017 warten könnte.

(Bild: Screenshot Homepage)

Space-x
4 von 13

Elon Musk, Gründer des kalifornischen Startups und Tesla-Chef, muss diese Frage oft beantworten: Wann endlich wagt Space-X, die Raketenfirma, die seit 2012 im Auftrag der Nasa Frachtkapseln zur Raumstation ISS fliegt, den Sprung an die Börse? Gegenüber Bloomberg Businessweek soll Musk gesagt haben, er werde mit der Weltraumfirma erst dann an die Börse gehen, wenn er „ganz regelmäßig der Mars anfliegt.“ Nun ja. Investoren – unter anderem auch der US-Suchmaschinengigant Google – pumpten bereits 1 Milliarde Euro in das Jungunternehmen, der Firmenwert wird aktuell auf elf Milliarden Euro geschätzt.

(Bild: Screenshot Homepage)

Pinterest
5 von 13

Auch die beliebte Social-Media-Plattform für Fotos – Nutzer haben über 30 Milliarden Bilder dort gespeichert – ist bei Investoren angesagt. Das Startup hat gut 1 Milliarden Euro eingesammelt, was den Unternehmenswert bislang auf geschätzt 10,1 Milliarden Euro getrieben hat. Forbes rechnet noch in diesem Jahr mit einem IPO.

Delivery Hero
6 von 13

Begehrt bei Investoren wie Rocket Internet: Der Online-Lieferdienst Delivery Hero – hierzulande auch bekannt unter Lieferheld. Die Plattform, deren Unternehmenswert mit 1,7 Milliarden Euro beziffert wird, bietet in 24 Ländern die Möglichkeit, Essen in Gaststätten über das Internet zu bestellen und geliefert zu bekommen. Eingenommenes Kapital: 1,1 Milliarden Euro. Auch dieses Berliner Unternehmen rüstet sich laut CEO Niklas Östberg für einen Börsengang. Noch völlig offen sei aber, ob das in diesem Jahr oder erst 2016 geschieht.

(Bild: Screenshot Homepage)

Bloom Energy
7 von 13

Das kalifornische Startup Bloom Energy entwickelt Mini-Kraftwerke aus Brennstoffzellen, mit denen sich billig und umweltschonend Strom erzeugen lässt. Investoren haben 1,1 Milliarden Euro in die Cleantech-Firma gesteckt, womit der Unternehmenswert bei 2,7 Milliarden Euro liegt. Spekuliert wird in der Szene über einen IPO schon länger – einzig Firmenchef K.R. Sridhar mag sich dazu nicht äußern.

(Bild: Pressefoto)

Ob der Internethändler Windeln.de es schafft, auf Konzernebene Gewinne zu erwirtschaften, steht zwar noch in den Sternen. Gleichwohl hat das Unternehmen mit seiner Fokussierung auf Baby- und Kleinkindprodukte gute Chancen, in seiner speziellen Nische gegen den starken Wettbewerb zu bestehen.

Zu überhöhten Preisen beim Börsengang zu investieren wäre trotzdem falsch gewesen. Mittlerweile raten aber alle Analysten zum Kauf. Auch bei den kommenden Debüts kann sich abwarten also lohnen.

Startseite

Mehr zu: Börsenneulinge - Liebe auf den zweiten Blick

0 Kommentare zu "Börsenneulinge: Liebe auf den zweiten Blick"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%