Einbrüche bei Rocket und Zalando
Europas IPO-Markt kühlt sich ab

2014 hatte so euphorisch angefangen, doch nun kühlt Europas IPO-Markt wieder ab. Aktien, die vor dem Börsengang gefragt waren, sind nach ihrem Debüt in Ungnade gefallen. Andere Unternehmen haben Rückzieher gemacht.
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Alles dreht sich um die Bewertung, wie Investoren in europäische Börsengänge in letzter Zeit schmerzlich erfahren mussten. Aktien, die vor dem IPO sehr gefragt waren, sind nach ihrem Debüt in Ungnade gefallen und zum Teil deutlich eingebrochen. Das gilt vor allem für Technologiewerte.

Ein Beispiels sind die beiden deutschen Unternehmen Rocket Internet AG und Zalando SE, deren Börsengänge Anfang dieses Monats mehrfach überzeichnet waren. Beide Aktien notieren mittlerweile mehr als 16 Prozent unterhalb ihres Ausgabepreises – nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Verunsicherung am Aktienmarkt. Sie dürften nicht die einzigen bleiben, die in Mitleidenschaft gezogen werden.

„Wenn wir in die Zukunft schauen, werden wir auf europäischem und weltweitem Niveau wahrscheinlich etwas mehr Volatilität im Markt sehen”, sagt Adam Kostyal, Chef für europäische Listings bei Nasdaq OMX Group Inc.

In den vergangenen zwei Wochen haben bereits die italienische Werbeagentur ItaliaonLine SpA, der schottische Hausbauer Miller Group Ltd. und der französische Unternehmens- Dienstleister Spie SA IPOs abgesagt. Alle nannten die Instabilität am Markt als Grund.

Angesichts der aktuellen geopolitischen Spannungen könnten weitere Unternehmen ihre Vorhaben streichen, sodass das vierte Quartal in deutlichem Gegensatz zu den ersten neun Monaten des Jahres stehen könnte.

Dabei hatte 2014 so euphorisch angefangen: Von Januar bis Ende September sammelten 289 Unternehmen insgesamt 40,3 Mrd. Euro an den europäischen Märkten ein. Das ist fast das Vierfache des Volumens im Vorjahreszeitraum, wie aus einem Bericht von PricewaterhouseCoopers LLP hervorgeht. Für die verbleibenden drei Monate wird mit IPOs über weitere 15 Mrd. Euro gerechnet, verglichen mit 14,8 Mrd. Euro im Vorjahr.

Nach wie vor den Sprung aufs Parkett plant der spanische Flughafenbetreiber Aena Aeropuertos SA, der sich um eine Bewertung von 5 Mrd. Euro bemüht.

„Angesichts des schwächeren wirtschaftlichen Umfelds wäre ich vorsichtig, hohe Bewertungen bei Neuemissionen zu zahlen”, sagt Neil Wilkinson, Fondsmanager für europäische Aktien bei Royal London Asset Management Ltd. „Die Entwicklung einiger der jüngsten IPOs – wie Rocket Internet – nach dem Marktstart scheint solche Bedenken zu rechtfertigen.”

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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