Elumeo
Billigschmuck aus dem Werbe-TV für die Börse

Ein Schmuck-Start-up aus Berlin will zum Börsen-Juwel werden. Das von Elumeo verkaufte Geschmeide kommt aus Thailand, der Vertrieb erfolgt über Internet und TV-Sender. Und der Boss ist nicht der typische Firmengründer.
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BerlinEin Edelstein muss nicht groß sein, um als wertvoll zu gelten. Erst im Mai versteigerte das Auktionshaus Sotheby’s in Genf einen Rubin, eingefasst in einen Cartier-Ring, für umgerechnet 27 Millionen Euro.

Mehr als doppelt so viel Geld will ein kleines Unternehmen aus Berlin-Kreuzberg in den nächsten zwei Wochen an der Frankfurter Börse einsammeln. Die Elumeo SE macht gerade mal 70 Millionen Euro Umsatz – mit Edelsteinschmuck, verkauft über die Webseite Juwelo.de und im Fernsehen – über einen eigenen Verkaufskanal namens Juwelo TV. Es sind allerdings keine Cartier-Ringe, die dort verkauft werden. Einen einkarätigen Rubin-Ring bekommt man schon für 49 Euro.

Der Kopf des Unternehmens heißt Wolfgang Boyé und sieht nicht aus wie der typische Berliner Start-up-Gründer. Der ist im Durchschnitt gerade Mitte 20, kommt frisch von der Elite-Uni, trägt Gel in den Haaren und einen Plan in der Tasche, mit dem er schnurstracks die Welt erobern will. Boyé ist 45, hat eine wuschelige Frisur und in seinem Leben schon so Einiges gemacht. BWL-Studium, Berater-Karriere, ein paar Jahre in Moskau, dann in die Werbeagentur Scholz & Friends. Elumeo ist nicht am Reißbrett entstanden. „Wir hatten nicht die eine, große Idee“, sagt Boyé. „Wir haben viel ausprobiert und das, was wir jetzt machen, für gut befunden.“

Es war um die Jahrtausendwende, als alle Welt sich fragte, ob und wie mit der Digitalisierung jemals Geld zu verdienen sei. Bei Scholz&Friends hatten sie einen Fernsehsender, den Spreekanal, der TV und Internet zusammenbringen sollte. Geld brachte das nicht ein, also verkaufte das Unternehmen den Kanal. Der Käufer hieß Wolfgang Boyé. Mit zum Team gehörte Thomas Jarmuske, der Leiter des Senders. Dann stieß noch Boris Kirn dazu, der für HP im Silicon Valley gearbeitet hatte und Start-up-Luft geschnuppert hatte.

Jetzt hatten die drei ein Start-up in einem Kreuzberger Hinterhof, genauer gesagt, einen Vertriebskanal, über den sie dies und das verkauften, aber noch kein margenstarkes Produkt. Durch Zufall stießen sie auf einen Schmuckhändler, Don Kogen, der Edelsteine aus Thailand zu günstigen Preisen in die westliche Welt verkaufte. Und nach und nach wurde alles klar.

Eine reine Verkaufsplattform wollten sie nicht sein. „Das Internet erhöht die Transparenz für den Kunden. Und je höher die Transparenz wird, desto wichtiger wird die Bedeutung des Herstellers“, erklärt Boyé. Sie gründeten ein Joint Venture. Die thailändische Familie von Don Kogen brachte vier Millionen Euro in das Unternehmen ein, damit bauten sie eine Schmuckproduktion in Chanthaburi im Norden von Thailand auf, einem Zentrum für den Edelsteinhandel.

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