Enav-Börsengang
Italien bringt Flugsicherung in Startposition

Eine Flugsicherung an der Börse? Das hat es in Europa bisher noch nicht gegeben. Die italienische Regierung drängt mit Enav in die Kapitalmärkte. Deren Bewertung fiel nun anders aus als erwartet.

MailandItalien treibt den geplanten Börsengang der Flugsicherung Enav trotz Marktunsicherheiten nach dem Brexit-Votum voran. Ein Vertreter des Wirtschaftsministeriums sagte am Donnerstagabend, die Regierung habe Vertrauen in den Wert des Unternehmens und in die italienischen Kapitalmärkte.

Allerdings fiel die Bewertung mit 1,9 Milliarden Euro niedriger als von Analysten mit bis zu 2,5 Milliarden Euro erwartet aus. Der Börsengang sei ab dem 11. Juli geplant.

Enav befindet sich zu 100 Prozent in Staatsbesitz und beschäftigt rund 4200 Mitarbeiter. Die italienische Regierung plant, bis zu 46,6 Prozent zu verkaufen. Insgesamt will der Staat allein im laufenden Jahr acht Milliarden Euro über Privatisierungen einnehmen.

Enav ist in dem Land die einzige Firma, die Flugsicherungsdienste anbietet. Sollte der Börsengang erfolgreich sein, wäre Enav die erste Flugsicherung auf dem Kontinent, die gelistet ist.

Beim Börsengang der Post im Oktober in Mailand hatte Italien knapp 3,4 Milliarden Euro erlöst. Es war die größte Privatisierung in dem Land seit einem Jahrzehnt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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