Eon-Abspaltung
Uniper geht mit Verlust an die Börse

In nicht einmal einem Monat wird die Aktie der Eon-Abspaltung das erste Mal an der Börse gehandelt. Der neue Energiekonzern wird es bei den Anlegern schwer haben – wie der erste Zwischenbericht nun offenbart.
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DüsseldorfIm September wollen Eon und Uniper ihre Trennung endlich vollziehen: Dann geht das neue Unternehmen, in das Deutschlands – noch – größter Energiekonzern die Kohle- und Gaskraftwerke, die Gasproduktion und den Großhandel abgespaltet hat, an die Börse. Am Montag legte Uniper-Chef Klaus Schäfer nun offen, in welcher Verfassung seine Gesellschaft an den Finanzmarkt geht.

Und sie ist nicht wirklich gut: Unter dem Strich verbuchte Uniper einen Nettoverlust von 3,9 Milliarden Euro. Hintergrund sind die Wertberichtigungen und Drohverlustrückstellungen von 3,8 Milliarden Euro, die Eon schon bei der Vorlage des eigenen Zwischenberichts vor eineinhalb Wochen bekannt gegeben hatte.

Mit Spannung erwarteten die Analysten aber vor allem, wie es bei Uniper im operativen Geschäft lief. Und das habe sich verbessert, wie das Unternehmen betonte. Das – um Sondereffekte bereinigte - Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag im ersten Halbjahr mit 1,1 Milliarden Euro um mehr als doppelt so hoch wie in der selben Vorjahresperiode, als die selben Sparten noch im Eon-Konzern einen Gewinn von lediglich 500 Millionen Euro verbucht hätten. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich um rund 50 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro.

Uniper begründete das mit besseren Konditionen im Einkauf von russischem Gas und „positiven Impulsen“ aus dem globalen Handelsgeschäft. Dagegen gingen die Erträge in der Stromproduktion weiter zurück. In den europäischen Märkten verringerte sich das Ebitda in der Stromerzeugung um rund ein Fünftel auf 400 Millionen Euro. Außerhalb Europas schmolz das Ebitda in der Stromerzeugung sogar von 150 Millionen Euro auf nur noch fünf Millionen Euro zusammen. Schuld war vor allem ein Brand in einem Kraftwerk in Russland.

„Die operativen Zahlen für unser erstes Halbjahr sind eine gute Basis für die Börsennotierung im September“, betonte Uniper-Chef Klaus Schäfer aber: „Wir gehen also mit einem gewissen operativen Rückenwind auf die Zielgerade zur Börsennotierung.“

Eigentlich wäre Uniper noch gar nicht zur Vorlage eines Zwischenberichts verpflichtet. Vorstandschef Schäfer wollte aber bewusst den Analysten vor dem Börsengang aktuelle Zahlen liefern, damit die eine bessere Bewertung des Newcomers vornehmen können.

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  • Finger weg, das Geschäftsmodell ist völlig abhängig von politischen Entscheidungen. Und seit Merkel ist keine politische Verlässlichkeit mehr gewährleistet, Entscheidungen von gestern sind morgen evt. schon Geschichte. Entscheidungen werden ohne echten öffentlichen Diskurs im stillen Kämmerlein gefällt und ggf. auch kurz danach wieder kassiert. Und das nicht nur im Bereich der Energiepolitik.

  • Es hatte schon seine Gründe, daß Volkseigene Betriebe an keiner Börse gehandelt wurden.

  • Nicht " kaufen ". Sondern mit ein paar tausend Stücken schnelle Zeichnungsgewinne in den ersten Minuten des IPO mitnehmen (oder Verluste realisieren), wenn die Konditionen stimmen. So einfach ist das.

    Ist aber für den normalen (Klein)Anleger uninteressant. Da er/sie eh nix bekommt, wenn nicht mind. ein 7-stelliges Portfolio bei einer RICHTIGEN Bank (mit großen IPO Geschäft) geführt wird.

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