Erotischer Börsengang gesucht?
Aus Untreue Kapital schlagen

Ashley Madison – nach eigenen Angaben weltweit die bekannteste Agentur für Seitensprünge – redet über einen Börsengang. Rund 200 Millionen Dollar könnte die Untreueplattform bei einem IPO von Investoren einsammeln.
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New YorkMonique, so der Tarnname, ist 30 Jahre jung, 1,69 groß, wiegt 58 Kilo und hat blaue Augen - aber kein Foto. Zu schön, um wahr zu sein? Warum sollte eine junge Frau auf ein verschwommenes Bild, die Altersangabe 55 und das Pseudonym „Knickerbocker“ antworten? Sie ist 24 Stunden nach der Anmeldung aber auch die einzige, die reagiert hat.

Willkommen im Reich der virtuellen Untreue-Anbahnung. Genauer gesagt, bei Ashley Madison. Die kanadische Firma bezeichnet sich als weltweit bekanntestes Unternehmen für Seitensprünge. Sie ist allerdings nicht die einzige in ihrem Revier: Secret.de in Deutschland und Victoria Milan in Norwegen haben sich ebenfalls der Unmoral verschrieben.

Und ganz praktisch besehen funktionieren diese Seiten kaum anders als jede beliebige Kontakt-Börse. Man gibt einen falschen Namen, ein vielleicht richtiges Alter, Gewicht und Größe sowie ein hoffentlich nicht gefälschtes Foto ein, macht ein paar simple Angaben über seine „Vorlieben“ und die „Grenzen“: Manche Frauen wollen nur „erotisch chatten“, andere gleich eine langfristige Beziehung. Ach ja, die Postleitzahl gehört auch dazu, aus praktischen Gründen. Alles ist streng anonym – sofern man mit Foto und Postleitzahl wirklich anonym bleibt.

Immerhin: Wer einen erwischt in dem Netzwerk, gehört selber ja auch dazu. Und viele Fremdgänger sind ohnehin recht fahrlässig, wenn man der „Huffington Post“ glauben mag: Angeblich ist es weit verbreitet, der und dem Süßen Nachrichten zu schicken („sexting“ heißt das), während das Ehegespons sich im selben Zimmer aufhält.

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Offen für unmoralische Angebote?

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