Erstnotiz
Rocket Internet rockt die Börse nur kurz

Die Start-up-Schmiede startet an der Börse zum Emissionspreis von 42,50 Euro. Damit ist das Unternehmen höher bewertet als die Lufthansa. Doch schon kurz nach Handelsbeginn fällt der Preis drastisch.
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DüsseldorfFür genau einen Tag war Zalando der größte deutsche Börsengang des Jahres. Doch schon am Donnerstag musste der Onlinehändler den Titel wieder abgeben. Rocket Internet übertraf das Versandhaus mit seinem Börsengang um Längen – und darf sich nun nicht nur mit dem Titel des größten deutschen Börsengangs des Jahres schmücken, sondern sich auch als einen der größten in der deutschen Geschichte feiern.  

Die Start-up-Schmiede notierte am Donnerstag um 09.21 Uhr zu einem ersten Preis von 42,50 Euro. Das entsprach dem Emissionspreis. Zuvor hatte Rocket Internet die Preisspanne auf 35,50 bis 42,50 Euro festgelegt. Am Vortag war das Papier bei einigen Händlern mit 46 Euro gehandelt worden, kurz vor Börsenstart lag der Kurs bei 44 Euro. Schon kurz nach der Erstnotiz brach der Preis allerdings drastisch ein, zwischenzeitlich sank er um mehr als 13 Prozent auf 36,66 Euro.

Die ersten Reaktionen waren dementsprechend negativ. Der britische Journalist Peter Campbell von der „Daily Mail“ schrieb zum Börsenstart auf Twitter: „'Rocket' not the best way to describe shares so far...“ (zu deutsch: „'Rakete' ist nicht gerade der beste Weg, um die Aktien derzeit zu beschreiben.“). „Rocket“ ist das englische Wort für Rakete. Ein weiterer Nutzer drückte es so aus: „Rocket an der Börse keine Rocket.“

Nach Angaben von Rocket Internet war das Angebot vor Handelsbeginn mehr als zehnfach überzeichnet. Roger Peeters, Vorstand bei Close Brothers Seydler Research, sieht sich an die Zeiten des Neuen Markts erinnert. „Dass es trotz der drastischen Überzeichnung, die in Teilen schon an den Neuen Markt erinnert hat, zu einem derartigen Abverkauf kam, illustriert meiner Ansicht nach, dass es sehr viele Zeichner auf „den schnellen“ Euro, sprich einen Zeichnungsgewinn abgesehen haben“, sagte er zu Handelsblatt Online. Er vermutet, dass die „zwischenzeitlichen sehr hohen Kurse im Graumarkt diese Tendenz noch verstärkt“ haben, da diese „Kurzfristanleger anzogen“.

„Da wurden jede Menge Aktien auf den Markt geworfen“, sagte ein Händler der Nachrichtenagentur Reuters. Selbst Stützungskäufe der Banken, die den Börsengang begleiteten, hätten kaum etwas gebracht: „Der Verkaufsdruck zur Eröffnung war so groß, dass die Emissionsbanken nicht dagegenhalten konnten.“

Der Geschäftsführer Oliver Samwer selbst zeigte sich gegenüber dem Fernsehsender N-tv gelassen. „Wir sind nicht enttäuscht“, sagte er dort. Das Unternehmen sei langfristig orientiert, genau wie die Investoren. Die Märkte stünden noch am Anfang. Gegenüber Reuters TV sagte er: „Man muss Aktien langfristig betrachten und nicht kurzfristig an einem Tag, einer Woche oder einem Monat.“

Der Preis erholte sich nach dem Kurssturz wieder und pendelte sich zwischen 40 und 41 Euro ein. Mit dem Schritt aufs Börsenparkett wollte das Unternehmen der Brüder Marc, Oliver und Alexander Samwer ursprünglich rund 750 Millionen Euro einnehmen. Am Ende war es mehr als das Doppelte: Rocket Internet kam auf ein Volumen von 1,6 Milliarden Euro. Bei Zalando waren es 600 Millionen Euro gewesen. Der Wert von Rocket Internet wurde damit mit rund 6,7 Milliarden Euro beziffert – mehr als die Lufthansa.

Aus Unternehmenssicht sei der Börsenstart gelungen, sagt der Vorstand von Close Brothers Seydler Research. Bei „aller Verwunderung über das Debüt“ müsse man konstatieren, „dass die Platzierung aus Unternehmenssicht optimal lief mit einer vollen Zuteilung am oberen Ende“. „In puncto Refinanzierung und Kapitalisierung sicher also ein voller Erfolg“, sagte der Vorstand.

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  • Große Hedgefonds sollten Zalondo und Rockit mit Leerverkäufen auf Pennystockniveau runterprügeln. Dann hätten beide Unternehmen ihren fairen Wert erreicht!

    Bei Zalondoaktien gibt es keine Gründe vor Glück zu schreien. Und Rockit wird ein Rohrkrepierer!

  • gut erkannt!!

  • Glückwunsch den Samwer Brüdern und den Alt Investoren.
    Nur für die Käufer der Aktien sieht die Welt, nachdem die Euphorie verflogen ist, nicht mehr rosig aus.
    Gewinne????
    Alte Weisheit: Solange es mehr Dumme als Aktien gibt, steigen die Aktien.
    Time will show!!!

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