Google-Aktie
1300 Prozent Gewinn in zehn Jahren

Vor genau zehn Jahren konnten Anleger die ersten Google-Aktien kaufen. Der Titel galt als überbewertet. Doch jetzt ist klar: Der Börsengang der Suchmaschine war eine jener raren Möglichkeiten, die Anleger reich machen.
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Die Geschichte eines ungewöhnlichen Unternehmens ist auch an den Aktienmärkten bereits ein Jahrzehnt alt. Das ewige Start-up Google ist vor unseren Augen erwachsen geworden und greift nun als Halbstarker nach dem absoluten Gipfel: Der bereits drittwertvollste Konzern der Welt hat durchaus das Zeug dazu, die globale Nummer eins der Kapitalmärkte zu werden.

Danach sah es an jenem 19. August 2004, als das sechs Jahre alte Internet-Unternehmen in seltsamer Manier an die Kapitalmärkte strebte, zunächst so gar nicht aus. Vier Jahre nach dem Platzen der Internetblase, die den IPO-Markt völlig verwüstet hatte, schickten sich Larry Page und Sergey Brin an, ihr Unternehmen als Aktiengesellschaft an den Kapitalmärkten zu platzieren, wenn auch höchst widerwillig – und nach ihren Regeln.

Ungewöhnlicher Börsenprospekt: „Don’t be evil“

Die beiden Gründer lancierten zunächst einen höchst eigensinnigen Börsenprospekt, der das Firmencredo „Don’t be evil“ propagierte und die Golden Boys der Wall Street beim IPO dann maximal verprellte. Die Aktien wurden in einer sogenannten „Holländischen Auktion“ am Markt platziert und Investmentbanken dabei größtenteils außen vor gelassen.

Noch bemerkenswerter: Die Internetsuchmaschine wagte es, mit einem Börsenwert jenseits der 30 Milliarden Dollar am Markt zu debütieren – wer sollte da noch verdienen? Aus heutiger Sicht ist klar, dass Google nicht nur die Regeln für Tech-IPOs nachhaltig veränderte (Facebook sollte acht Jahre später gar für mehr als die dreifache Bewertung an der Nasdaq debütieren), sondern ein Investment war, wie es in einer Generation vielleicht nur zwei- oder dreimal vorkommt.

Aktionäre hätten auf 10-Jahressicht 1300 Prozent verdienen können

Warum, wird beim Blick auf den 10-Jahreschart deutlich: Aus dem damaligen Ausgabekurs von 85 Dollar, die splitbereinigt heute etwa 45 Dollar entsprechen, wären je nach Aktienklasse, 587 bzw. 597 Dollar geworden! In anderen Worten: Aktionäre hätten ihren Einsatz binnen einer Dekade um 1300 Prozent gesteigert, wenn sie denn seit Tag eins investiert gewesen wären und am Investment festgehalten hätten.

Das war, wenn man nicht gerade Google-Mitarbeiter war und die Anteilsscheine als Teil des Gehalts bezog, dann aber doch trickreicher, als es in der Rückschau aussieht. Zwischen 2007 bis 2012 nämlich legte die Aktie nicht zu, sondern kam erst im Zuge der Finanzkrise schwer unter die Räder und verlor fast zwei Drittel des Wertes (von seinerzeit 750 auf 250 Dollar), um sich dann nur mühsam wieder an die alten Hochs heranzutasten.

Finanzkrise stellte Aktionäre fünf Jahre auf die Folter

Erst vor zwei Jahren überbot Google die alten Hochs und startete dann in den Folgemonaten zu einer furiosen Rallye durch, die es vor dem Aktiensplit die psychologisch wichtige 1000-Dollarmarke knacken und bis auf 1200 Dollar emporschießen ließ.

Nach dem Aktiensplit vom Frühjahr liegt die zu schlagende Bestmarke nun bei 605 bezierhungsweise 615 Dollar – ein Kursniveau, von dem Google aktuell nur drei Prozent entfernt ist. Mit einem Börsenwert von 397 Milliarden Dollar ist Google zum mit Abstand wertvollsten Internetkonzern der Welt avanciert und hat sich sogar weltweit unter den ersten drei Konzernen der Welt etabliert – hinter Apple und Exxon.

Aktionäre, die etwa seinerzeit zum Börsenstart 8500 Dollar investiert hätten, könnten sich heute über 59.700 Dollar freuen. Welches Investment – außer Apple – kann diese Performance binnen des vergangenen Jahrzehnts schon vorweisen?

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