Immobilienfirma will an die Börse
TLG-Bücher immer noch nicht gefüllt

Nach dem Rocket-Internet-Flop hatten einige Unternehmen noch einen Rückzug vom geplanten Börsengang gemacht – nicht so TLG Immobilien. Doch nun haben die Berliner laut Insidern Probleme, ihre Orderbücher zu füllen.
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FrankfurtDie Berliner Gewerbeimmobilienfirma TLG Immobilien muss laut Finanzkreisen noch um den Erfolg ihres Börsengangs bangen. Zwei Tage vor dem Ende der Zeichnungsfrist seien die Orderbücher noch nicht gefüllt, sagten zwei mit der Transaktion vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Banker und der TLG-Vorstand hoffen aber weiterhin darauf, dass sich in letzter Minute genügend Investoren dazu durchringen, TLG-Aktien zu zeichnen.

Der Vorstand präsentiert das Unternehmen am Dienstag und Mittwoch in den USA. „Man wird die gesamte Roadshow brauchen, um ausreichend Orders zu bekommen“, sagte ein Insider. Um einen Börsengang zum Erfolg zu machen, müssen in der Regel doppelt so viele Aufträge vorliegen wie Aktien angeboten werden.

Der Abwärtstrend an den Aktienmärkten hat den Börsengang der TLG überschattet. Das ehemalige Staatsunternehmen, das dem Investor Lone Star gehört, hatte aber anders als der Kabelanbieter Tele Columbus und die Internet-Anzeigenbörse Scout24 die Pläne nicht gedrosselt.

„Investoren brauchen zwei bis drei Tage Stabilität an den Börsen, ehe sie die Aktien fest zeichnen“, sagte ein Insider. Viele Fonds zeichnen erst, wenn das Orderbuch nach Angaben der begleitenden Banken wenigstens einmal gefüllt ist, um nicht mehr Aktien zugeteilt zu bekommen als gewünscht. Beim Börsengang der Online-Holding Rocket Internet hatte es bis zu dieser Botschaft nur gut eine Stunde gedauert.

Die Zeichnungsfrist für TLG endet am Donnerstagnachmittag, am Freitag soll die Aktie dann erstmals an der Frankfurter Börse gehandelt werden. TLG will mit dem Börsengang rund 450 Millionen Euro einsammeln, gut 100 Millionen davon fließen in die Firmenkasse. Den Löwenanteil kassiert Lone Star, die ihren Anteil auf bis zu 40 Prozent abschmelzen lassen will.

Die Aktien werden in einer Spanne von 10,75 bis 13,75 Euro angeboten. Im vorbörslichen Handel bei Tradegate wurden TLG am Dienstag bei 11,30 Euro gehandelt. Die Graumarkt-Händler Schnigge und Lang & Schwarz stellten Kurse zwischen elf und zwölf Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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