Innogy-Börsengang
Der ganz große Kurssprung bleibt aus

Der größte Börsengang in Deutschland seit dem Jahr 2000 ist geglückt. Doch auf den ersten Jubel folgt auf dem Parkett in Frankfurt schnell Ernüchterung. Kurzzeitig fällt die Aktie unter den Ausgabepreis von 36,00 Euro.
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Frankfurt„Strom wird smooth“ – mit diesem Slogan auf Hunderten kunterbunter Energiedrinks warb am Freitag die RWE-Ökostromtochter Innogy an der Frankfurter Börse. Am Morgen war es so voll wie schon lange nicht mehr auf dem Parkett. Zum ersten Mal wurden die Aktien des neuen Energiekonzerns gehandelt. Während sich die Fernsehteams vor dem Bildschirm des Kursmaklers drängten, auf dem der erste Preis erscheinen sollte, versammelten sich Banker und RWE-Vertreter um Tische mit Gebäck und belegten Brötchen. Die Stimmung war sichtbar entspannt.

Auch RWE-Chef Peter Terium war bester Laune, als er den Handel eröffnete. Er ließ es sich nicht nehmen, persönlich mit der Glocke den Handel an der Frankfurter Börse einzuläuten. Ganze zwanzig Sekunden lang schwang er sie, bis auch der letzte Fotograf das symbolträchtige Bild im Kasten hatte. 9:18 zeigten die Uhren, als die Anzeigetafeln den ersten Preis ausgaben. Mit einem Eröffnungskurs von 37,30 Euro startete das Papier sogar leicht im Plus – 1,30 Euro höher als der Emissionspreis von 36,00 Euro.

Der Börsengang der „grünen“ Tochter Innogy, die Terium aktuell in Personalunion führt, begann zwar mit einem Kursplus, doch das wurde im weiteren Sitzungsverlauf immer kleiner und schließlich beim Tief von 35,94 Euro sogar negativ. Da halfen auch keine Smoothies aus grünem Tee oder Blue Curacao mit Banane und Milch.

Die Aktien waren aber immerhin zum Maximalpreis platziert worden, die Preisspanne von 32 bis 36 Euro wurde komplett ausgereizt. „Der hohe Ausgabepreis ist gerechtfertigt. Solche Preise sind wir gar nicht mehr gewöhnt“, kommentierte Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank, der ebenfalls auf dem Parkett stand. „Die beiden wesentlichen beiden Dinge waren für mich, dass der RWE-Chef die Seiten wechselt und dass Blackrock mitmacht.“ Terium wird in den nächsten Tagen die Leitung von RWE an seinen bisherigen Vize Rolf Martin Schmitz abgeben und sich selbst auf die Weiterentwicklung von Innogy konzentrieren. Die Vermögensverwalter Blackrock sagte fest zu, Innogy-Aktien im Volumen von 940 Millionen Euro abzunehmen.

RWE und Innogy erlösten bei der Platzierung von 25 Prozent der Aktien somit rund fünf Milliarden Euro, die Tochter wird insgesamt mit 20 Milliarden Euro bewertet. Das neue Unternehmen ist damit aus dem Stand heraus der wertvollste deutsche Energiekonzern und Anwärter auf den Einzug in den MDax. Zum Vergleich: RWE alleine ist aktuell weniger als neun Milliarden Euro wert und die langjährige Nummer eins der Energieversorger, Eon bringt weniger als zwölf Milliarden Euro auf die Waage. Während Innogy am Freitag Mühe hatte, über dem Ausgabekurs zu bleiben, geriet die Mutter RWE regelrecht unter die Räder. Das Papier verlor am Vormittag fast fünf Prozent.

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  • Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme.

  • Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

  • So läuft es richtig, zunächst wird der Stomkunde staatlich verordnet bluten, der Steuerzahler die
    Verschrottung der Atommeiler bezahlen und am Schluß, wenn der Euro platzt, wird noch mal
    ein satter Währungsgewinn abfallen. Zu guter letzt, gibt es noch den schlanken Fuß zurück nach Amerika. Das sind Geschäfte wie die Finken sie lieben.

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