IPO-Barometer
Noch mehr Unternehmen haben Lust auf Börse

Der weltweite Markt für Börsengänge brummt. Die Zahl der Transaktionen ist im ersten Halbjahr deutlich gestiegen - vor allem dank China. Auch in Deutschland läuft es rund, etliche Kandidaten stehen in den Startlöchern.
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FrankfurtBei Börsengängen haben Anleger in Deutschland normalerweise das Nachsehen: Während anderswo die Märkte für Neuemissionen brummen, wagt sich hierzulande in der Regel kaum ein Unternehmen aus der Deckung. Nicht so im laufenden Jahr, denn zahlreiche deutsche Firmen drängen auf das Parkett. Nur mit dem Boom in China kann aktuell kein anderes Land mithalten.

Dort hat sich die Zahl der Börsengänge im ersten Halbjahr 2015 mit 239 Debüts mehr als verdoppelt. Das Emissionsvolumen stieg in China und Hongkong sogar um 141 Prozent auf knapp 40 Milliarden Dollar. „Anders als etwa in Deutschland, wo Kleinanleger bei Börsengängen kaum eine Rolle spielen, zieht die Rally des chinesischen Aktienmarktes auch viele Privatanleger an“, sagt Martin Steinbach, Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY.

Damit ist China der Haupttreiber des weltweiten IPO-Markts. Insgesamt gingen im ersten Halbjahr 2015 weltweit 631 Unternehmen an die Börse, das waren sechs Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Emissionsvolumen sank aber um 13 Prozent 104 Milliarden Dollar. Das sind die Ergebnisse des IPO-Barometers des Beratungsunternehmens EY.

„Der weltweite IPO-Markt ist nach wie vor in einer guten Verfassung, das Interesse der Unternehmen an einem Börsengang ist anhaltend hoch“, betont Steinbach. Allerdings führe der Boom auf dem M&A-Markt dazu, dass immer mehr Unternehmen sich statt für einen Börsengang für den Verkauf an einen Investor oder ein anderes Unternehmen entscheiden. Bekanntester Fall in Deutschland ist derzeit Douglas. Die Parfümeriekette hatte den Börsengang bereits angekündigt, ging dann aber doch an den Finanzinvestor CVC.

Trotz dieser Entwicklung hat sich der Markt für Börsengänge hierzulande deutlich belebt: In den ersten sechs Monaten des Jahres gab es sechs Neuemissionen – einschließlich des für den 30. Juni erwarteten Debüts der Berliner Immobilienfirma Ado Properties. Mit CBR Fashion, Chorus Clean Energy und Elumeo stehen in den ersten drei Juli-Tagen drei weitere Neulinge in den Startlöchern. Insgesamt wird die Zahl der Börsengänge Anfang Juli voraussichtlich  bei neun liegen – eine „gute Bilanz“, sagt Steinbach.

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