IPO-Experte Jens Hecht
Das perfekte Timing für den Börsengang

Zalando macht es vor. Wer folgt? Die Stimmung für Börsengänge ist gut, findet Jens Hecht. Im Interview verrät der Unternehmensberater, warum die Namen potenzieller Kandidaten wie Staatsgeheimnisse gehütet werden.
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Jens Hecht hat schon viele Börsengänge begleitet. Als Vorstand von Kirchhoff Consult berät er vor allem mittelständische Unternehmen beim Gang aufs Parkett. Im Interview mit Handelsblatt Online erzählt er, wie stark ein IPO das tägliche Geschäft eines Mittelständlers durcheinander wirbelt und welche Fallstricke es gibt.

Wann hat Sie zuletzt ein Kunde auf einen möglichen Börsengang angesprochen?
Das war erst vor kurzem, vor einer Woche, um genau zu sein.

Verraten Sie uns, wer das war?
Das ist noch streng geheim. Nur so viel: Es war ein Hidden Champion. Und das Unternehmen steht auch noch ganz am Anfang seiner Überlegungen.

Andere Kunden sind sicher schon weiter.
Wir bereiten zurzeit einige Börsengänge konkret vor, aber wir sind noch nicht so weit, um damit an die Öffentlichkeit zu gehen.

Geben Sie uns einen Tipp?
Tut mir leid, auch da muss ich passen. Es sind mehrere Kandidaten, aus verschiedenen Branchen.

Aber einen Termin können Sie doch sicher nennen?
Wenn alles glatt geht, sollte der erste im Frühjahr soweit sein.

Warum werden die Namen potenzieller Börsenkandidaten wie Staatsgeheimnisse gehütet?
So ein Börsengang ist eine sensible Angelegenheit. Man geht so spät wie möglich mit der konkreten Ankündigung an die Öffentlichkeit. Das heißt aber nicht, dass man sich vor diesem Zeitpunkt verstecken sollte. Im Gegenteil: Wenn die Story des Unternehmens schon vorher kommuniziert wird, hilft das später beim Börsengang. Dann, wenn klar ist, dass sich der Termin nicht mehr verschiebt – aus welchen Gründen auch immer – werden die IPO-Pläne veröffentlicht.

Welche Gründe können das sein?
Die Unternehmen sind ganz unterschiedlich auf den Gang an den Kapitalmarkt vorbereitet. Sie müssen beispielsweise komplexe Unternehmensstrukturen bereinigen sowie ihr Rechnungswesen und ihr Controlling fit machen. Schließlich müssen sie künftig quartalsweise ihre Zahlen vorlegen. Wenn sie bereits Geldgeber wie Private-Equity-Investoren an Bord haben, sind sie meistens besser vorbereitet.

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