Kabelanbieter Börsenflops schrecken Tele Columbus nicht ab

Der Finanzvorstand von Tele Columbus findet, dass ein Vergleich mit Zalando und Rocket Internet hinkt. Unterdessen liebäugelt der Kabelnetzbetreiber mit einer Übernahme der Ex-Schwester PrimaCom.
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Die Erstnotiz von Tele Columbus wird noch für diesen Monat erwartet. Quelle: Imago

Die Erstnotiz von Tele Columbus wird noch für diesen Monat erwartet.

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FrankfurtDer Kabelanbieter Tele Columbus will sich bei seinen Börsenplänen vom Kurssturz der jüngsten Börsenneulinge aus der Internet-Branche nicht beirren lassen. „Die Kursentwicklung bei Zalando und Rocket Internet bringt uns nicht vor unseren Plänen ab“, sagte Tele-Columbus-Finanzvorstand Frank Posnanski der Nachrichtenagentur Reuters.

Womöglich werde es nun für junge Unternehmen schwerer, die Börse zur Finanzierung des Wachstums anzuzapfen. „Aber das Geschäftsmodell und die Märkte, auf denen wir aktiv sind, lassen sich mit diesen Fällen überhaupt nicht vergleichen.“

Die Aktien des Online-Händlers Zalando und der Internet-Holding Rocket sind seit den vielbeachteten Börsengängen in der vergangenen Woche jeweils um rund 20 Prozent abgestürzt. Banker glauben, dass Tele Columbus davon nicht ganz unberührt bleiben wird: „Natürlich werden Investoren nach den Flops genauer auf die Bewertung schauen und einen etwas konservativeren Ansatz fordern“, sagte ein in die Vorbereitungen involvierter Banker. Auch der Internet-Marktplatzbetreiber Scout24 (AutoScout, ImmobilienScout) will seine Börsenpläne ungeachtet der Turbulenzen um Zalando Finanzkreisen zufolge noch in dieser Woche offiziell machen.

Die Erstnotiz von Tele Columbus wird noch für diesen Monat erwartet. Einen Verkauf in letzter Minute schließt Tele Columbus aus: „Unser Weg führt ganz klar Richtung Börse. Um es deutlich zu sagen: Auf uns ist in letzter Zeit niemand zugekommen, und wir führen keine Gespräche über einen möglichen Verkauf“, sagte Posnanski. Die Deutsche Telekom hatte abgewinkt.

Tele Columbus selbst will 300 Millionen Euro an der Börse einsammeln, die vornehmlich zum Abbau der Schuldenlast von rund 550 Millionen Euro verwendet werden sollen. Doch der Börsengang soll insgesamt größer ausfallen, wie Posnanski andeutet. „Es ist davon auszugehen, dass auch unsere bisherigen Eigentümer beim Börsengang Anteile abgeben werden.“

Damit könnten mehr als die Hälfte von Tele Columbus in Streubesitz kommen. Große Investoren verschmähen oft Emissionen mit einem Volumen von weniger als 500 Millionen Euro, weil sie eine zu geringe Liquidität im Aktienhandel fürchten.

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