Line Messenger
Fulminantes Börsendebüt

Der SMS-Ersatz Line hat die hochgesteckten Erwartungen an seinen Börsengang nicht enttäuscht: Die Aktie des japanischen Unternehmens legte am ersten Tag deutlich zu. Die Branche hofft auf eine Signalwirkung,

TokioBeim bisher größten Tech-Börsengang des Jahres ist die Aktie des Kurzmitteilungsdienstes Line mit einem kräftigen Kurssprung gestartet. Das Papier gab seinen Einstand in New York am Donnerstag bei 42 Dollar, der Ausgabepreis von 3300 Yen war für die US-Börse auf 32,84 Dollar umgerechnet worden. Zwischenzeitlich ging der Kurs bis auf 44,44 Dollar hoch, danach pendelte er sich bei 42-43 Dollar ein. Line hatte umgerechnet über eine Milliarde Euro eingenommen. Schon zum Ausgabepreis war der Dienst mit 5,75 Milliarden Dollar bewertet worden.

Die Technologie-Branche erhofft sich von der Platzierung eine Signalwirkung: Das Klima für Internet-Börsengänge war in diesem Jahr bisher mau. Stattdessen stehen Aktien früherer Börsenlieblinge wie Twitter unter Druck, die Milliarden-Bewertungen vieler Start-ups werden in Frage gestellt - und zudem sind die Risikoinvestoren mit Finanzierung für junge Firmen vorsichtiger geworden. Dass Line seine Aktien am obersten Ende einer zwischenzeitlich angehobenen Preisspanne absetzten konnte, ist da ein willkommenes Zeichen, dass die Anleger noch zu begeistern sind.

Line gehört dem südkoreanischen Internet-Konzern Naver und hat nach jüngsten Zahlen von Ende März rund 218 Millionen aktive Nutzer im Monat. Mehr als die Hälfte von ihnen lebt in Japan, Thailand, Taiwan und Indonesien. Hier bietet der Konzern den Nutzern unter anderem lokal zugeschnittene Serien zum Anschauen an sowie Musik- und Jobsuchdienste. Hinzu kommen Online-Nachrichten.

Weltweit wird der Messenger-Markt vor allem von Facebook beherrscht: WhatsApp kommt auf eine Milliarde Nutzer und der Facebook Messenger auf 900 Millionen. Line kündigte bereits an, den Erlös des Börsengangs unter anderem für die weitere Expansion in Asien verwenden zu wollen. Auch ein späterer Start in den USA wird für möglich gehalten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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