Milliarden schweres Startup
Kreditvermittler LendingClub plant Börsengang

Der Kreditvermittler LendingClub bringt auf seiner Online-Plattform Sparer und Kredit-Interessierte zusammen. Nun plant das Startup-Unternehmen aus San Francisco den Börsengang – und setzt damit US-Banken unter Druck.
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New YorkDer Kreditvermittler LendingClub, der Banken mit einer Online-Plattform Konkurrenz macht, will an die Börse. Das Startup aus San Francisco legte am Mittwoch (Ortszeit) seinen Wertpapier-Prospekt vor. Als geplantes Volumen wurden 500 Millionen Dollar eingetragen, ein typischer Platzhalter-Betrag, der sich später oft ändert.

Die Aktienplatzierung könnte im November steigen, berichtete der Fernsehsender CNBC unter Berufung auf informierte Personen.

LendingClub bringt im Internet Sparer und Kredit-Interessenten zusammen. Seit dem Start 2007 seien Kredite von mehr als fünf Milliarden Dollar vermittelt worden, davon eine Milliarde allein im vergangenen Quartal, hieß es im Börsenprospekt. Die Firma will beide Seiten mit besseren Konditionen als bei Banken locken und an den Deals über Gebühren verdienen.

LendingClub legte mit dem Börsenprospekt auch ausführliche Geschäftszahlen vor. Demnach erzielte die Firma im vergangenen Jahr einen Gewinn von 7,3 Millionen Dollar bei 98 Millionen Dollar Umsatz. In den beiden Jahren davor hatte LendingClub insgesamt gut 19 Millionen Dollar Verlust gemacht. Im ersten Halbjahr dieses Jahres brachten höhere Ausgaben rote Zahlen von rund 16,5 Millionen Dollar, obwohl der Umsatz mit 86 Millionen Dollar mehr als verdoppelt wurde.

Bei einer Finanzierungsrunde im April sei LendingClub mit 3,8 Milliarden Dollar bewertet worden, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Damit wäre die Firma an der Börse mehr wert als der Großteil der US-Banken.

LendingClub ist ein Pionier des Geschäftsmodells, das unter anderem in Deutschland von der Startup-Schmiede Rocket Internet mit der Firma Lendico aufgegriffen wurde. Der heute 43-jährige Gründer Renaud Laplanche rief LendingClub ins Leben, nachdem er 2005 eine Softwarefirma an den Branchenriesen Oracle verkauft hatte.

Das Startup holte sich Unterstützung von Prominenz aus der Finanzbranche: Im Verwaltungsrat sitzen der frühere Morgan-Stanley-Chef John Mack und der einstige US-Finanzminister Lawrence Summers.

Das Management und Verwaltungsratsmitglieder halten dem Börsenprospekt zufolge aktuell 39,5 Prozent an LendingClub, darunter Gründer und Chef Laplanche 5,6 Prozent. Die restlichen Anteile sind hauptsächlich zwischen vier Investmentfirmen verteilt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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