OfficeFirst
IVG-Nachfolger wird zum Börsenschwergewicht

Noch drei Jahre nach der Pleite des Immobilienkonzerns IVG sind die Eigentümer zerstritten. Einig sind sie sich aber, dass die Nachfolge-Firma OfficeFirst an die Börse soll – als zweitgrößter Börsengang des Jahres.

FrankfurtDer Büroimmobilienkonzern OfficeFirst will am 14. Oktober sein Debüt an der Frankfurter Börse feiern. Die Nachfolge-Firma der vor drei Jahren in die Insolvenz gerutschten IVG bietet ihre Aktien zum Preis von 21 bis 23 Euro an, wie OfficeFirst am Freitag mitteilte. Die Zeichnungsfrist läuft vom 3. bis 13. Oktober. Insgesamt soll der Börsengang bis zu 888 Millionen Euro einbringen. 450 Millionen davon gehen an OfficeFirst selbst, die damit Schulden tilgen und ihre Expansion finanzieren will. Die Emission wäre damit nach dem Schwergewicht Innogy der zweitgrößte Börsengang in Deutschland in diesem Jahr.

Der Schritt soll den Hedgefonds, die in der Krise bei der IVG eingestiegen waren, den Ausstieg ermöglichen. Sie hatten sich gegen einen Verkauf des Unternehmens an den Finanzinvestor Blackstone entschieden, der einschließlich Schulden 3,3 Milliarden Euro für OfficeFirst geboten hatte. Sie gehen davon aus, über einen schrittweisen Verkauf der OfficeFirst-Aktien an der Börse mehr herauszuholen. Die Preisfindung gestaltete sich Insidern zufolge als schwierig, da die heillos zerstrittenen Eigentümer der IVG ganz unterschiedliche Interessen haben. Hedgefonds wie Anchorage, York Capital und Perry Capital waren zu unterschiedlichen Konditionen eingestiegen, einigen droht beim Ausstieg sogar ein Verlust.

OfficeFirst verwaltet bundesweit rund 100 Büroimmobilien. Darunter ist auch der riesige Geschäftskomplex "Squaire" am Frankfurter Flughafen, für den sich separate Verkaufspläne in der Vergangenheit mehrfach zerschlagen hatten. Kritiker sehen das Objekt als großes Klumpenrisiko, die OfficeFirst dagegen verweist auf die fortschreitenden Vermietungserfolge. Die IVG war unter anderem unter der Last der Schulden für den "Squaire" zusammengebrochen. Die Baukosten für das Objekt liefen aus dem Ruder. Große Projektentwicklungen soll es bei OfficeFirst nicht mehr geben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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